Diese Niederlage gegen Leipzig war ein Wirkungstreffer. Und ein Rückschlag für die Füchse Berlin im Kampf um Europa. Schon wieder einer. Denkt sich auch Marian Michalczik. Hoffnungsvoll war der Rückraumspieler im vergangenen Sommer aus Minden gekommen. In seinen vier Jahren im Profiteam war er dort zum Nationalspieler gereift. Der 24-Jährige kannte nur den Bergauf-Weg. „Jetzt ist es so, dass da mal ein paar Steine in den Weg gelegt werden“, sagt er vor dem European-League-Spiel gegen Wien am Dienstagabend (20.45 Uhr/DAZN) mit Blick auf seine ersten Monate in Berlin.
Ausgebremst von einer Augenverletzung
Im November wurde er nach einer Länderspielreise positiv auf Covid-19 getestet, steckte auch seine Freundin an. Quarantäne im eigenen Haus in Weißensee. Als er sich sportlich wieder berappelt hatte, bremste ihn eine Augenverletzung in Vorbereitung auf die Handball-Weltmeisterschaft aus. Bei der WM stand er nur 15 Minuten auf dem Feld, für das Olympia-Qualifikationsturnier in Berlin wurde er erst gar nicht nominiert. Und auch bei den Füchsen rotiert er noch immer zwischen Spielfeld und Auswechselbank. „In der Tat ist in der letzten Zeit sehr viel zusammengekommen, was nicht unbedingt so gut für meine Rübe war“, sagt der 24-Jährige.
Gespräche mit Freundin Anna, der Familie und anderen mit dem Handball verbundenen Personen helfen da. Und Ablenkung. Etwa im großen Garten am Haus. Mit den Teamkollegen Paul Drux und Fredrik Genz hat er bereits eine Gartenhütte gebaut. „Der Tag hat ja auch so einige Stunden und wenn du davon drei bis vier in den Handball investierst, bleibt noch viel übrig. Wenn du dir da noch zehn Stunden den Kopf nur über Handball zerbrichst, gehst du zugrunde“, sagt er. Und so füllt er die Tage neben der Gartenarbeit auch mit Spaziergängen mit Hund Cleo und seinem Studium in Immobilienmanagement.
