Der Traum vom eigenen Häuschen

47.000 Euro: Warum dieses DDR-Ferienhaus an der Ostsee einen Haken hat

31 Quadratmeter, vier Kilometer bis zur Ostsee und ein überraschend niedriger Preis. Doch beim DDR-Bungalow verstecken sich mehrere Haken.

Author - Florian Thalmann
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Dieses schöne Ferienhaus in Rostock soll verkauft werden. Der DDR-Bungalow liegt in vier Kilometern Entfernung zur Ostsee.
Dieses schöne Ferienhaus in Rostock soll verkauft werden. Der DDR-Bungalow liegt in vier Kilometern Entfernung zur Ostsee.Hanse- und Universitätsstadt Rostock

Hätten Sie gern ein kleines Ferienhaus an der Ostsee? Das ist jetzt möglich – und zwar zu einem (auf den ersten Blick) recht günstigen Preis: Die Stadt Rostock verkauft aktuell einen Bungalow aus DDR-Zeiten mit gerade einmal vier Kilometern Luftlinie bis zur Ostsee. Gelegen im kleinen Örtchen Hinrichshagen, mitten in der Natur. Doch bisher ist für das Ferienhäuschen kein neuer Eigentümer gefunden. Denn das verlockende Immobilienangebot hat gleich mehrere Haken.

Ferienhaus wie im Urlaub zu DDR-Zeiten

Das kleine, flache Ferienhaus dürfte viele an den Urlaub zu DDR-Zeiten erinnern – und damit Sommerträume wecken. Es steht auf einem knapp 200 Quadratmeter großen Grundstück in Rostock-Hinrichshagen – und soll für mindestens 47.000 Euro einen Abnehmer finden. Das Häuschen steht mitten in einer Wochenendsiedlung, wurde im Jahr 1973 errichtet und hat laut Stadt Rostock eine Nutzfläche von 31 Quadratmetern.

Der kleine DDR-Bungalow ist das perfekte Ferienhäuschen. Und er darf leider auch nur dafür genutzt werden.
Der kleine DDR-Bungalow ist das perfekte Ferienhäuschen. Und er darf leider auch nur dafür genutzt werden.Hanse- und Universitätsstadt Rostock

„Das in Leichtbauweise errichtete Wochenendhaus beinhaltet ein Wohnzimmer und ein Schlafzimmer“, heißt es. Eine Heizung ist aktuell nicht vorhanden, allerdings gibt es warmes Wasser über eine 60-Liter-Elektrotherme im Keller. „Das Bad besitzt eine Dusche mit Duschkabine, ein Stand-WC und ein Waschbecken.“

Auch eine kleine Einbauküche ist vorhanden – und der Bungalow aus der DDR ist an das Breitbandnetz angeschlossen. „Das Gebäude wurde in den zurückliegenden Jahren laufend instand gehalten und befindet sich in einem guten Zustand.“

Das hört sich alles recht gut an – doch es gibt einen Haken. Für manche potenziellen Interessenten vielleicht sogar gleich mehrere. Zum einen ist das Häuschen wirklich nur als Feriengrundstück zur Erholung gedacht. „Dauerhaftes Wohnen, gewerbliche Nutzung oder Untervermietung sind ausgeschlossen“, heißt es. Wer also darauf hoffte, sich mit einem kleinen Bungalow das Glück vom eigenen Traumhaus direkt an der Ostsee erfüllen zu können, der hat sich leider geirrt. Und auch eine Vermietung als Ferienhaus ist ausgeschlossen.

Der hübsche DDR-Bungalow hat einen Haken

Hinzu kommt: Vor Ort gibt es eine Interessengemeinschaft der Mieter, die in den Bungalows Urlaub machen. „Die erwerbenden Personen müssen Mitglied der Interessengemeinschaft werden, um die gemeinschaftlichen Versorgungsanlagen nutzen zu können“, heißt es. Man geht davon aus, dass die gemeinsam genutzten Anlagen in den kommenden Jahren erneuert werden müssen.

So sieht der kleine DDR-Bungalow von innen aus. Das Gebäude hat sogar ein Bad und eine Einbauküche.
So sieht der kleine DDR-Bungalow von innen aus. Das Gebäude hat sogar ein Bad und eine Einbauküche.Hanse- und Universitätsstadt Rostock

Dann kommen auf die neuen Eigentümer des Hauses weitere Kosten zu – und zwar nicht wenige. Im Angebot ist von 20.000 bis 25.000 Euro die Rede. Zu guter Letzt ist die Miete gar nicht im Preis für den Bungalow enthalten. Es wird demnach ein „zeitlich befristeter Mietvertrag über maximal 30 Jahre für das Grundstück“ abgeschlossen.

DDR-Ferienhaus wird insgesamt noch teurer als gedacht

Der Preis liegt bei 3,90 Euro pro Quadratmeter pro Jahr – und soll alle fünf Jahre an die ortsüblichen Preise angepasst werden. Der Preis vom eigenen Ferienhaus an der Ostsee ist insgesamt also doch deutlich teurer als gedacht.

Dennoch gibt es Interessenten: Viele potenzielle Käufer hätten sich bereits gemeldet, die eingegangenen Angebote werden geprüft. Wenn sich kein Käufer findet, ist das aber auch nicht schlimm. Denn das Grundstück sei unbefristet ausgeschrieben, teilte die Stadt auf Nachfrage des Nordkurier mit. Sofern keine geeigneten Angebote eingehen, bleibe die Ausschreibung bestehen. Bis sich irgendwann jemand seinen Traum vom eigenen Feriendomizil mit dem DDR-Bungalow erfüllt.