Hätten Sie gern ein kleines Ferienhaus an der Ostsee? Das ist jetzt möglich – und zwar zu einem (auf den ersten Blick) recht günstigen Preis: Die Stadt Rostock verkauft aktuell einen Bungalow aus DDR-Zeiten mit gerade einmal vier Kilometern Luftlinie bis zur Ostsee. Gelegen im kleinen Örtchen Hinrichshagen, mitten in der Natur. Doch bisher ist für das Ferienhäuschen kein neuer Eigentümer gefunden. Denn das verlockende Immobilienangebot hat gleich mehrere Haken.
Ferienhaus wie im Urlaub zu DDR-Zeiten
Das kleine, flache Ferienhaus dürfte viele an den Urlaub zu DDR-Zeiten erinnern – und damit Sommerträume wecken. Es steht auf einem knapp 200 Quadratmeter großen Grundstück in Rostock-Hinrichshagen – und soll für mindestens 47.000 Euro einen Abnehmer finden. Das Häuschen steht mitten in einer Wochenendsiedlung, wurde im Jahr 1973 errichtet und hat laut Stadt Rostock eine Nutzfläche von 31 Quadratmetern.

„Das in Leichtbauweise errichtete Wochenendhaus beinhaltet ein Wohnzimmer und ein Schlafzimmer“, heißt es. Eine Heizung ist aktuell nicht vorhanden, allerdings gibt es warmes Wasser über eine 60-Liter-Elektrotherme im Keller. „Das Bad besitzt eine Dusche mit Duschkabine, ein Stand-WC und ein Waschbecken.“
Auch eine kleine Einbauküche ist vorhanden – und der Bungalow aus der DDR ist an das Breitbandnetz angeschlossen. „Das Gebäude wurde in den zurückliegenden Jahren laufend instand gehalten und befindet sich in einem guten Zustand.“
Das hört sich alles recht gut an – doch es gibt einen Haken. Für manche potenziellen Interessenten vielleicht sogar gleich mehrere. Zum einen ist das Häuschen wirklich nur als Feriengrundstück zur Erholung gedacht. „Dauerhaftes Wohnen, gewerbliche Nutzung oder Untervermietung sind ausgeschlossen“, heißt es. Wer also darauf hoffte, sich mit einem kleinen Bungalow das Glück vom eigenen Traumhaus direkt an der Ostsee erfüllen zu können, der hat sich leider geirrt. Und auch eine Vermietung als Ferienhaus ist ausgeschlossen.
Der hübsche DDR-Bungalow hat einen Haken
Hinzu kommt: Vor Ort gibt es eine Interessengemeinschaft der Mieter, die in den Bungalows Urlaub machen. „Die erwerbenden Personen müssen Mitglied der Interessengemeinschaft werden, um die gemeinschaftlichen Versorgungsanlagen nutzen zu können“, heißt es. Man geht davon aus, dass die gemeinsam genutzten Anlagen in den kommenden Jahren erneuert werden müssen.

Dann kommen auf die neuen Eigentümer des Hauses weitere Kosten zu – und zwar nicht wenige. Im Angebot ist von 20.000 bis 25.000 Euro die Rede. Zu guter Letzt ist die Miete gar nicht im Preis für den Bungalow enthalten. Es wird demnach ein „zeitlich befristeter Mietvertrag über maximal 30 Jahre für das Grundstück“ abgeschlossen.
DDR-Ferienhaus wird insgesamt noch teurer als gedacht
Der Preis liegt bei 3,90 Euro pro Quadratmeter pro Jahr – und soll alle fünf Jahre an die ortsüblichen Preise angepasst werden. Der Preis vom eigenen Ferienhaus an der Ostsee ist insgesamt also doch deutlich teurer als gedacht.


