Nicht nur in den sozialen Medien, sondern auch auf der Straße ballt sich die Wut gegen Klima-Aktivistinnen - und Aktivisten der Letzten Generation: Man solle ihnen die Hände abhacken, kommentiert ein User unter einem Video der Klimakleber. Auch auf Berlins Straßen sind Proteste an Montag heftig eskaliert. Auf Videos ist zu sehen, wie Teilnehmende der Proteste bedrängt, beschimpft und gezerrt werden. Nun ermittelt die Polizei.
Nach Auseinandersetzungen zwischen Klima-Aktivisten und Autofahrern ermittelt die Berliner Polizei. Grundlage seien Szenen in Videos, die im Internet zu sehen seien, erklärte eine Polizeisprecherin am Mittwoch. Es werde wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, der Nötigung und des Verstoßes gegen das Versammlungsfreiheitsgesetz ermittelt. Zuvor hatte der RBB berichtet. Demonstranten der Klimaschutzgruppe Letzte Generation hatten am Montag erneut an mehreren Stellen in Berlin den Verkehr blockiert. Einige Autofahrer reagierten aggressiv.
"Es reicht! Es gibt Menschen, die haben noch Wichtigeres im Sinn als diesen Klima-Irrsinn" - Letzte Generation trifft auf zivilen Widerstand der Autofahrer. pic.twitter.com/5HY7zyJkqR
— Gr@ntlɘr 🥨🍺 (@oida_grantler) February 6, 2023
Auf Aufnahmen ist zu sehen, wie Blockierer am Messedamm beschimpft, geschubst oder von der Straße gezerrt wurden. In einer Szene ist zu sehen, wie ein Auto einem Demonstranten offensichtlich über den Fuß fährt. Die Polizei sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor Ort gewesen, erklärte die Sprecherin. Die Behörde sei verpflichtet von sich aus zu ermitteln, sobald sie von solchen Vorfällen erfahre. Die Ermittlungen richteten sich bislang gegen unbekannte Personen. Eine Strafanzeige liegt der Polizei nach eigenen Angaben zu keinem der Vorfälle vor.
Klimademonstranten hatten gegen die Ausschreitungen nie Anzeige erstattet
Bei der Berliner Staatsanwaltschaft laufen inzwischen auch einige Ermittlungsverfahren wegen solcher Fälle im vergangenen Jahr. Dabei hätten die Demonstranten als Betroffene bislang nie Anzeige erstattet, sagte ein Behördensprecher am Mittwoch.


