Bundesweit streiken heute die Apotheken, ein Protest gegen die Gesundheitspolitik der Regierung. Wo sie jetzt notwendige Medikamente herbekommen.
Viele Apotheken haben die Nase voll von fehlenden Wertschätzung von der Politik, Lieferengpässen bei Medikamenten, immer mehr Bürokratie und schnelle steigenden Lohn- und Energiekosten.
Deshalb schließen die meisten der fast 18.000 Apotheken in Deutschland am heutigen Mittwoch – aus Protest.
Trotzdem kann man am Mittwoch dringend benötigte Medikamente kaufen. „Die drängendste Arzneimittelversorgung wird bundesweit über rund 1.200 Notdienstapotheken sichergestellt“, erklärt der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Wer dringend Medikamente braucht, sollte sich an eine Apotheke mit Notdienst wenden. In Berlin sind diese zum Beispiel online über diese Webseite zu finden.
Mehr als 85 Prozent der Apotheken bleiben am Mittwoch geschlossen
Doch mehr als 85 Prozent der Apotheken bleiben am Mittwoch geschlossen! Weniger als 15 Prozent bleiben am Mittwoch offen.
Neben den Protest-Schließungen der Apotheken sind auch Kundgebungen und Demonstrationen in Berlin, Düsseldorf, Münster, Wiesbaden, Marburg, Würzburg, Augsburg, Bamberg und anderen Städten geplant.
Auslöser der Proteste war die kürzlich beschlossene Honorarabsenkung für Apotheken. „Das ist nach zehn Jahren Stillstand bei der Apothekenvergütung ein Schlag ins Gesicht der Apothekenteams, die erst die Pandemie und jetzt die Lieferengpässe bekämpfen müssen“, erklärt die ABDA.
Das Apotheken-Sterben nimmt weiter zu
Auch das Lieferengpassgesetz der Regierung, so kritisieren die Apothekerverbände, werden weder die Situation der Lieferengpässe noch die wirtschaftliche Situation der Apotheker verbessern wird. Und auch das Apotheken-Sterben nimmt zu. 2022 ist die Zahl der Apotheken um 393 auf 18.068 zurückgegangen. Ende März 2023 gab es noch 17.939 - das war der niedrigste Stand seit mehr als 40 Jahren.
Die Apotheker fordern mehr Honorar, weniger Bürokratie und mehr Entscheidungskompetenz von der Politik.
Dr. Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes, warnt: „Absolventinnen und Absolventen können sich immer seltener den Gang in die Selbständigkeit vorstellen, weil die wirtschaftliche Perspektive fehlt. So kann es nicht weitergehen.“


