Er hat genug von Sahra Wagenknecht und Co. und dreht der Linkspartei deshalb den Rücken zu. Der stellvertretende brandenburgische Landesvorsitzende der Linken, Justin König, will die Partei aus Protest gegen die Politik von Sahra Wagenknecht verlassen.
König begründete seine Entscheidung gegenüber dem Nachrichtenmagazin Spiegel mit der von Wagenknecht und der Frauenrechtlerin Alice Schwarzer organisierten Kundgebung in Berlin am vergangenen Wochenende zum russischen Krieg in der Ukraine. Daran hatten auch Vertreter des ganz rechten Spektrums teilgenommen.
Nach Demo von Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer hat Justin König genug
„Nach zähen Wochen des inneren Ringens steht mein Entschluss nach den Eindrücken des ‚Aufstands für Frieden‘ fest“, sagte König unter Bezug auf den offiziellen Titel der Demo-Veranstaltung. Die Kritik an der früheren Bundestagsfraktionschefin Wagenknecht werde immer leiser in seiner Partei, bemängelte er.
Ich habe den Landesvorstand gestern Abend über meine Entscheidung in Kenntnis gesetzt, dass ich zum 09. März aus der Partei DIE LINKE austreten werde. pic.twitter.com/r0IkMn2WjV
— Justin König (@Jus_Koenig) March 3, 2023
Als weitere Gründe für seinen Austritt nannte König den „Geschichtsrevisionismus“, der in der Linken vorherrsche, das Erbe der früheren DDR-Regierungspartei SED, das „Negieren einer jungen linksliberalen Ostperspektive“ und den existenzbedrohenden Mitgliederschwund an der Basis.
Linke verliert immer mehr Mitglieder
Die Partei Die Linke hat im vergangenen Jahr zehn Prozent ihrer Mitglieder verloren, sie ist von rund 61.000 Mitgliedern auf etwa 54.000 geschrumpft.
König will die Partei nach eigenen Angaben am 9. März verlassen und damit auch seinen Leitungsposten abgeben, ebenso seine Mitgliedschaft im Bundesausschuss.
