Jetzt steht schon eine Fläche in Flammen, die so groß ist wie 547 Fußballfelder. Der Waldbrand bei Jüterbog ist immer noch nicht eingedämmt. Auffrischender Wind hat den Waldbrand bei Jüterbog südlich von Berlin am Montag angefacht und die betroffene Fläche mehr als verdoppelt. Den Angaben zufolge waren am Montagabend rund 326 Hektar betroffen. Ein Schutzstreifen soll jetzt verhindert, dass das Feuer auf Ortschaften übergreift.
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Die Lage beim Waldbrand bei Jüterbog südlich von Berlin ist nach wie vor angespannt. Das Feuer sei noch nicht am Schutzstreifen angekommen, teilt die Leiterin des städtischen Ordnungsamts, Christiane Lindner-Klopsch, am Dienstagmorgen mit. Es wird demnach erwartet, dass der Brand diesen im Tagesverlauf erreicht.
Der Schutzstreifen im südlichen Bereich wurde am Montag verbreitert, um Ortschaften zu schützen
Wie groß die betroffene Fläche am Morgen genau ist, könne man noch nicht sagen. Seit Montagabend sei die Fläche weitestgehend unverändert. Grund zur Entwarnung gibt es aber nicht. „Die Lage ist weiterhin angespannt, aber kontrolliert“, berichtete Lindner-Klopsch. Gegen 10 Uhr ist eine Lagebesprechung vor Ort angesetzt.

Der Schutzstreifen im südlichen Bereich wurde am Montag verbreitert, um Ortschaften weiter davor zu bewahren, dass Flammen von einem ehemaligen Truppenübungsplatz auf sie übergreifen, berichtet die Ordnungsamtsleiterin am Montag. Der ehemalige Truppenübungsplatz ist mit Munition belastet. Am Sonntagabend und am Montagmorgen habe es auf der Brandfläche mehrere Detonationen von Munition gegeben, sagt sie.
Das Feuer bedroht die Tierwelt: Wolf, Baummarder und Wiedehopf leben hier
Eines ist aber jetzt schon klar: Der Waldbrand bei Jüterbog ist ein großer Rückschlag für die Entwicklung des Wildnisgebietes auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz. „Die Feuer auf den Wildnisflächen vernichten wertvolle Natur“, teilt die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg mit.
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Das ehemalige militärische Areal bei Jüterbog im Eigentum der Stiftung ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Dort soll sich die Natur wieder frei zur Wildnis entwickeln, das bedeutet, es finden auf dem Großteil des Gebietes keine Eingriffe statt.

Seit Tagen brennt dort der Wald. Wegen der Gefahr durch die Munitionsbelastung kann die Feuerwehr das Gebiet nicht betreten und kommt nicht direkt an die Brandstellen heran.
Die Natur wird um 120 Jahre zurückgeworfen
Feuer auf Wildnisflächen seien eine Gefahr für die landschaftliche Vielfalt und zerstörten die Lebensgrundlagen vieler Tiere, so die Stiftung. Im Wald würden Wurzeln und Humusschichten verbrennen und mit ihnen darin lebende Würmer und Insekten. „Und selbst wenn Dachse, Füchse, Baummarder und Rehe Glück haben und rechtzeitig flüchten können, hat das Feuer ihren Lebensraum zerstört und unbewohnbar gemacht.“ Langsame Amphibien wie Frösche, Schlangen und Eidechsen würden verbrennen, schildert die Stiftung. In dem Schutzgebiet leben demnach auch Wölfe, Fischotter, die Bechsteinfledermaus und der Wiedehopf.

„Durch das Verbrennen der Humuslage und des Baumbestands wird das gesamte Waldsystem praktisch auf null zurückgesetzt. Es gehen bis zu 120 Jahre an Wachstumsgeschichte und Wildnisentwicklung verloren“, teilt die Stiftung weiter mit.
