Meltem Kaptan muss sich zurzeit wie in einen Traum hineingebeamt fühlen. Noch vor einem halben Jahr war die Schauspielerin nur in einschlägigen Comedy-Kreisen bekannt. Aber seit dem Gewinn des Berlinale-Bären im Februar dieses Jahres wird die Comedienne genussvoll rumgereicht wie eine Schachtel Edelpralinen. Und jeder will sie haben!
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Sie bekommt eine Eloge und eine Preis-Nominierung nach der anderen. Und das hat sich Meltem Kaptan auch redlich verdient. Ihr Auftritt im Guantanamo-Drama „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ von Regisseur Andreas Dresen (es geht um die rechtswidrige Inhaftierung von Murat Kurnaz in Guantanamo und den Rechtsstreit seiner Mutter um dessen Freilassung) ist ein mitreißendes Plädoyer für Gerechtigkeit in all ihren Formen.
Allein mit dieser Rolle ist Kaptan zu einem echten Gewinn fürs deutsche Kino geworden. Sie ist nominiert für den Deutschen Filmpreis, der am 24. Juni in Berlin vergeben wird. Und jetzt hat sie auch noch eine Nominierung für den Deutschen Schauspielpreis erhalten. In der Kategorie „Schauspieler*in in einer dramatischen Hauptrolle“ tritt Meltem Kaptan im September in Berlin gegen Franz Rogowski („Große Freiheit“), Hanno Koffler („Die Saat“), Lavinia Wilson („Legal Affairs“), Haley Louise Jones („Ivie wie Ivie“) und Elsie de Brauw („Zum Tod meiner Mutter“) an. Und ihre Chancen stehen gar nicht mal schlecht.

Die Bekanntgabe der Nominierung am Dienstagabend wurde begleitet von einem sommerlichen Get-together im Hotel Zoo Berlin am Kurfürstendamm. Unter den Gästen waren auch Nominierte, Juroren, Preis-Offizielle und Freunde des Hauses. BFFS-Vorstand Hans-Werner Meyer schwärmte von „Lieber Thomas“, diesem Film über den DDR-Schriftsteller Thomas Brasch, als Perle des deutschen Kinos. Er kündigte gegenüber dem KURIER an, dass es beim diesjährigen Fairness-Preis um das Thema „Wahrheit und Wahrhaftigkeit“ gehe.
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Viele Gäste bei der Nominierung für den Deutschen Schauspielpreis
Schauspielerin Annabelle Mandeng schwärmte von ihrer neuen Londoner Agentur, die sich wirklich ins Zeug lege. „Es gibt keinen Tag, wo die sich nicht bei mir melden.“ Und das trägt Früchte: Mandeng spielt inzwischen tragende Rollen in internationalen Produktionen wie „Vikings: Valhalla“. Gerade hat sie ein Vorsprechen für den neuen Film des Hollywood-Schauspielers Mark Wahlberg absolviert.

Unter den Gästen war auch die Schauspielerin Anja Kling, die in der Kategorie „Komödiantische Rolle“ für den Deutschen Schauspielpreis nominiert wurde, außerdem Esther Seibt, Marion Kracht und als Moderatorin die sehr witzige Nadine Heidenreich.
Der Deutsche Schauspielpreis wurde vom Bundesverband Schauspiel e.V. (BFFS) ins Leben gerufen und während der Berlinale 2012 zum ersten Mal verliehen. Er wird dieses Jahr am 9. September im Rahmen einer feierlichen Gala in Berlin vergeben. Zur Jury gehören dieses Jahr Rainer Bock, Jane Chirwa, Laura Louisa Garde, Eva Meckbach, Ruth Reinecke, Oliver Reinhard und Rainer Strecker.
Und hier sind alle Nominierten für den Deutschen Schauspielpreis 2022:
SCHAUSPIELER*IN IN EINER DRAMATISCHEN HAUPTROLLE
Franz Rogowski – „Große Freiheit“
Hanno Koffler – „Die Saat“
Lavinia Wilson – „Legal Affairs“
Meltem Kaptan – „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“
Haley Louise Jones – „Ivie wie Ivie“
Elsie de Brauw – „Zum Tod meiner Mutter“
SCHAUSPIELER*IN IN EINER DRAMATISCHEN NEBENROLLE
Harald Windisch – „Im Netz der Camorra“
Sandra Borgmann – „Der König von Palma“
Georg Friedrich – „Große Freiheit“
Seyneb Saleh – „Toubab“
SCHAUSPIELER*IN IN EINER KOMÖDIANTISCHEN ROLLE
Florian Lukas – „Die Wespe“
Anja Kling – „Das Begräbnis“
Lisa Wagner – „Die Wespe“
Moritz Bleibtreu – „Faking Hitler“
SCHAUSPIELER*IN IN EINER EPISODISCHEN ROLLE
Jule Böwe – „Tatort – Die Kalten und die Toten“
Vito Sack – „Tatort – Die Kalten und die Toten“
Ada Philine Stappenbeck – „Polizeiruf 110: Hildes Erbe“
Darja Mahotkin – „Jenseits der Spree“
DUO
Meret Becker & Mark Waschke – „Tatort – Die Kalten und die Toten“
Farba Dieng & Julius Nitschkoff – „Toubab“
Verena Altenberger & Camill Jammal – „Polizeiruf 110: Frau Schrödingers Katze“
NACHWUCHS
Eren M. Güvercin – „Druck“ (Staffel 7)
Dora Zygouri – „Die Saat“
Canan Kir – „Die Welt wird eine andere sein“
Marius Ahrendt – „The Billion Dollar Code“
STARKER AUFTRITT
Sarah Viktoria Fricke – „Kaiserschmarrndrama“
Jule Gartzke – „Tatort – Masken“
Jasna Fritzi Bauer – „Ferdinand von Schirach – Glauben“
Steffen Münster – „Schneller als die Angst“

Die Jury hat überdies einen Preisträger für die Kategorie Ensemble gefunden, der zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben wird. Die Jury für den Synchronpreis Die Stimme, der in diesem Jahr die Schauspieler und Synchronsprecher Sabine Falkenberg, Marios Gavrilis, Natascha Geisler, Christian Gundlach und Jörn Linnenbröker angehörten, hat folgende Synchronschauspieler nominiert:
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Dagmar Dempe – u.a. die Stimme von Meryl Streep
Rubina Nath – u.a. die Stimme von Dakota Johnson
Asad Schwarz – u.a. die Stimme von Eddie Griffin



