Anschlag am Wochenende

CSD-Attentäter: Ermittler bekamen Hilfe von Familie von Abdul Ballout

Nach der CSD-Tat werden neue Details zur Fahndung bekannt. Medienberichten zufolge sollen Angehörige den Ermittlern geholfen haben.

Author - Florian Thalmann
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Abdul Ballout steuerte am vergangenen Wochenende einen Kleinbus in den Tiergarten, fuhr in eine Menschenmenge. Eine Frau kam bei der Tat ums Leben, 30 Menschen wurden verletzt.
Abdul Ballout steuerte am vergangenen Wochenende einen Kleinbus in den Tiergarten, fuhr in eine Menschenmenge. Eine Frau kam bei der Tat ums Leben, 30 Menschen wurden verletzt.dts Nachrichtenagentur/imago, Polizei

Er steuerte am vergangenen Wochenende einen Kleinbus in eine Menschenmenge beim CSD, tötete damit eine Frau und verletzte zahlreiche andere Besucher schwer. Weniger als 24 Stunden später wurde der Attentäter Abdul Ballout (21) in einer Kleingartenanlage in Spandau erschossen. Was dazwischen passierte, war bis jetzt ein großes Rätsel. Wer führte die Ermittler auf die Spur des Terroristen? Berichte machen das nun bekannt: Offenbar waren es Mitglieder der Familie des Attentäters, die den Behörden den entscheidenden Hinweis gaben.

Attentäter Abdul Ballout in Kleingarten erschossen

Am Sonntagabend fielen Schüsse in einer Kleingartenanlage in Spandau – laut Ohrenzeugen zwei Salven. Sie töteten den Attentäter Abdul Ballout: Der 21-Jährige hatte am Abend zuvor einen Transporter durch den Tiergarten gesteuert und war in eine Menschenmenge gefahren.

Als das Auto gegen einen Baum krachte, stieg er aus und ging mit einer Machete auf Passanten los. Eine Frau kam bei dem Attentat ums Leben, etliche Menschen wurden verletzt. Knapp einen Tag jagten die Behörden den Attentäter, dann kam es zur Begegnung in Spandau, die er nicht überlebte.

Nun berichtet die BILD, wie die Ermittler überhaupt auf seine Spur kamen: Das Blatt will aus Sicherheitskreisen erfahren haben, dass der entscheidende Hinweis aus Ballouts Umfeld gekommen sein soll. Der Vater des 21-Jährigen und ein Freund sollen mit den Behörden kooperiert haben, ein Freund des Vaters habe einen Hinweis auf die Kleingartenanlage in Berlin-Spandau gegeben. Der Attentäter war nach dem Anschlag auf dem CSD zu Fuß geflüchtet, vermutlich bis zur Friedrichstraße, heißt es. Dann verschanzte er sich in der Laubenkolonie am Stadtrand.

Mit diesem weißen Transporter raste der mutmaßliche Täter Abdul Ballout am Samstagabend in die Menschenmenge.
Mit diesem weißen Transporter raste der mutmaßliche Täter Abdul Ballout am Samstagabend in die Menschenmenge.Imago/dts

Als die Polizei anrückte, ging Ballout mit einem Messer auf die Beamten des SEK los. Sie nutzten ihre Schusswaffen und streckten den Terroristen nieder. Kurz nach dem Einsatz hieß es, man habe noch versucht, den jungen Mann wiederzubeleben – ohne Erfolg. Er erlag seinen Verletzungen.

Vater wollte Abdul Ballout von seinem Weg abbringen

Wie Medien berichten, soll der Vater schon lange versucht haben, seinen Sohn von seinem Weg abzubringen und ihn von der Radikalisierung abzuhalten. Er soll ihm laut „Spiegel“ eine Sprachnachricht geschickt haben, in der er seinem Sohn sagte, er solle „aufwachen“, denn er sei „auf dem falschen Pfad“.

Doch der Sohn hörte nicht auf seinen Vater – und radikalisierte sich immer weiter. Mit furchtbaren Folgen: Am Samstag steuerte er den Transporter in die Menschenmenge beim CSD. Viele fragen sich auch, ob die Tat hätte verhindert werden können.

Ballout wurde bereits im vergangenen Jahr am Flughafen BER verhaftet, nachdem er aus dem Libanon zurückgekehrt war. Dort war er verurteilt worden, weil er versucht hatte, sich der Terrormiliz IS anzuschließen. Er soll damals auch einen Anschlag vorbereitet haben, wurde in Deutschland wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten Haft verurteilt. Allerdings kam er auf Bewährung frei.