Die Gewerkschaft Verdi hat in Berlin und vielen weiteren Bundesländern zum Warnstreik im Nahverkehr aufgerufen. Am Freitag und Samstag stehen daher in der Hauptstadt Busse, U-Bahnen und Trams still. Viele Berliner wissen nicht, wie sie am Freitag zur Arbeit, in die Uni oder zur Schule kommen sollen. Immerhin: Die S-Bahn Berlin bleibt vom Streik unberührt und fährt nach regulärem Fahrplan. Außerdem greift sie den Öffi-Fahrgästen noch zusätzlich unter die Arme.
S-Bahn unterstützt im Bvg-Streik die Berliner
Gute Nachrichten für alle verzweifelten Berliner! Die S-Bahn Berlin hat wegen des Warnstreiks bei der BVG zusätzliche Fahrten angekündigt: Am Freitag verkehren auf der Linie S5 zwischen Mahlsdorf und Ostbahnhof von etwa 9 bis 14 Uhr zusätzliche Züge.
Auch für Samstag verlängert die S-Bahn die Fahrten der Linie S26 über den Potsdamer Platz hinaus bis zum Bahnhof Gesundbrunnen. Für mehr Kapazität setzt das Unternehmen am Wochenende auf den Linien S1, S2, S3, S46 und S8 längere Züge ein.
Diese Buslinien der BVG fahren trotz Streik
Zwar wird die BVG seit Freitagfrüh um 3 Uhr bis Sonntagfrüh um 3 Uhr bestreikt, aber ein paar Buslinien bleiben trotzdem in Betrieb. Der Grund: Sie werden von externen Unternehmen im Auftrag der BVG gefahren und sind daher nicht direkt vom Streik betroffen.
Dazu gehören unter anderem die Linien 106, 114, 118, 124, 133, 175, 184, 204, 234, 275, 316, 318, 326, 161 und 363 sowie mehrere Nachtbusse wie N12, N23, N35, N39, N53, N61, N69, N84, N91, N95 und N97.

Die BVG weist außerdem darauf hin, dass die Fähren und die Sharing-Angebote von Jelbi nicht vom Warnstreik betroffen sind.
BVG ärgert sich über den Streik
In einem Statement am Freitagmorgen betont ein Sprecher: „Die BVG verurteilt den Streik als unverhältnismäßige Eskalation. Verdi folgt mit diesem Streik einer bundesweiten Dramaturgie, ohne die Berliner Realität anzuerkennen.“ Die Berliner Tarifverhandlungen würden im Zeitplan liegen. Die nächste Runde sei bereits für den 4. und 5. März angesetzt.

In diesen Tarifverhandlungen geht es vorwiegend um eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen der BVG-Mitarbeiter. Verdi setzt sich für 33 Tage Urlaub, doppeltes Urlaubsgeld, elfstündige Ruhezeiten zwischen den Schichten und maximale Schichtlängen von zwölf Stunden (bei geteilten Diensten bis zu 14 Stunden) ein.
Ringbahn während Streik unterbrochen
Die Deutsche Bahn unterstützt die Berliner zwar während des Streiks mit zusätzlichen Fahrten, sorgt aber an anderer Stelle für noch mehr Chaos. Ausgerechnet auf der Ringbahn kommt es ab Freitagabend zusätzlich zu massiven Einschränkungen. Ab 22 Uhr rollen zwischen Neukölln und Ostkreuz keine S-Bahnen mehr. Betroffen sind die Ringbahn-Linien S41 und S42.
Bis Montag um 1.30 Uhr bleibt dieser Abschnitt gesperrt. Die Deutsche Bahn richtet einen Ersatzverkehr mit Bussen ein. Hintergrund sind Bauarbeiten am elektrischen Stellwerk der S9 sowie Weichenarbeiten im Bereich Treptower Park.

Auch weitere Linien sind betroffen. Die S8, S9 und S85 fahren im gleichen Zeitraum nicht zwischen Schöneweide und Ostkreuz.



