Rouladen mit Speck und Gurke gefüllt, dazu Klöße, Rot- und Grünkohl. Es ist das Festessen für 80 obdachlose Berliner am zweiten Weihnachtstag in der Tee- und Wärmestube des Diakoniewerks Simeon in Neukölln. Denn sie haben keine Familien, mit denen sie zum Fest gemütlich Beisammensein können. Deshalb wollen ihnen Berlins Armutsbeauftragter Thomas de Vachroi und Mitarbeiter von Edeka Laurman am Steubenplatz (Westend) ein paar glückliche Stunde bescheren.
„Jeder Gast bekommt zwei Rouladen, wenn er möchte. Es sollen alle satt werden“, sagt Beatrix Hartwig. Die 49-jährige hat gerade 160 Rouladen in viereinhalb Stunden gefüllt und gewickelt. Für das Edeka-Team ist das für die Menschen von der Straße eine Herzensangelegenheit. Seit fünf Jahren bereiten sie es nicht nur vor, sondern servieren es ihnen auch zusammen mit de Vachroi und den Mitarbeitern der Tee- und Wärmestube. „Sie haben gerade in der Weihnachtszeit und zu Silvester in ihrem eigenen Geschäft genug zutun und trotzdem lassen sie es sich nicht nehmen, anderen zu helfen“, betont de Vachroi.

Da coronabedingt nicht alle Gäste auf einmal kommen dürfen, wird Weihnachten in zwei Schichten gefeiert, die eine Hälfte am 26. Dezember, die andere am 27. „Wir sind froh, dass wir überhaupt feiern dürfen, denn im vergangenen Jahr musste die Feier im Lockdown ausfallen“, so der Armutsbeauftragte. Stattdessen bekamen die bedürftigen Berliner Lunchpakete auf die Straße gereicht.

Das Festmahl wird kurz vorher in einer Gaststätte zubreitet, die eine Küche haben, die für diese Mengen ausgestattet ist. Anschließend fahren es die Mitarbeiter mit ihren Pkw nach Neukölln. Diesmal bekommen die Obdachlosen als Überraschung auch noch ein paar Winterschuhe geschenkt, damit sie in der kalten Jahreszeit warme Füße haben.


