Die Wildschweine in der Hauptstadtregion trauen sich immer mehr! Das beweist diese Sichtung aus Steglitz-Zehlendorf. Wo genau die Rotte unterwegs war und wie gefährlich eine solche Situation werden kann, erfahren Sie hier.
Dutzende Wildschweine machen Nachbarschaft unsicher
So viele Wildschweine sieht man nicht jeden Tag, schon gar nicht mitten in einer Berliner Nachbarschaft – direkt an einer stark befahrenen Straße. Birgit Kramm aus Zehlendorf ist mitten am Tag über eine riesige Rotte der Borstentiere gestolpert. Neun erwachsene Wildschweine und sicher an die 20 Frischlinge machten munter einen begrünten Hof zwischen zwei Wohnhäusern an der Argentischen Allee Ecke Riemeister Straße unsicher.

Die Berlinerin hat die Wildschweine direkt fotografiert und gefilmt, denn „so viele“ hat sie noch nie gesehen. Einzelne Sichtungen hingegen gehören am Berliner Stadtrand inzwischen zur Tagesordnung. Die Keiler und Muttertiere befinden sich in der Regel auf Nahrungssuche.
Dabei richten die Wildschweine häufig ohne Rücksicht auf Verluste große Zerstörung an: Sie graben Erdböden um und hinterlassen dabei riesige Löcher und Dreckhaufen.
Was Berliner bei einer Wildschweinsichtung tun sollten
Auch wenn vor allem die kleinen Frischlinge ein wirklich niedlicher Anblick sind, ist einer derart großen Rotte mit Vorsicht zu begegnen. Unprovoziert gelten Wildschweine gegenüber Menschen zwar nicht als allzu aggressiv – sind jedoch Jungtiere im Spiel, können gerade die Muttertiere auch mal in den Verteidigungsmodus gehen. Die starken Tiere können durchaus schwere Verletzungen verursachen. Deshalb gilt: „Kreuzen Wildschweine den Weg, sollte ihnen immer der Vortritt gelassen werden“, raten die Experten von Peta.

Bei einer Begegnung sollte man dringend auf eventuelle Warnsignale achten: Fühlen sie sich bedroht, dann schnauben sie, stellen den Schwanz auf oder klappern sogar mit den Zähnen. „Beobachten Sie diese Signale, ist Vorsicht geboten und Sie sollten den Rückzug antreten“, so Peta. Dies sollte man langsam und ruhig tun, hektische Bewegungen sind zu vermeiden.

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ein Wildschwein sich zum Angriff bereitmacht, gilt: „Klatschen Sie laut in die Hände und nehmen Sie eine große, bedrohliche Haltung ein. Im Normalfall reicht das als Einschüchterungstaktik und das Wildschwein wird selbst den Rückzug antreten.“ Nach Möglichkeit sollte man sich selbst dann auch von den Tieren entfernen.
Wie kann ich Wildschweine von meinem Grundstück fernhalten?
Wildschweine hält man am besten mit einem stabilen, fest im Boden verankerten Zaun (zum Beispiel Doppelstabmatten, mindestens 150 cm Höhe) oder einem Elektrozaun fern. Zudem hilft das Beseitigen von Nahrungsquellen wie Fallobst oder Kompost.
Auch Produkte wie Hukinol, Wildschwein-Stopp, Kornitol oder Hundehaare/Kunagone können die Tiere durch ihren Geruch vertreiben. Es wird empfohlen, die Mittel regelmäßig zu wechseln, um Gewöhnungseffekte zu vermeiden.

Möglich sind auch akustische Mittel, wie der Einsatz von Wildschweinschrecks, die Warnlaute der Tiere imitieren. Oder aber Bewegungsmelder mit Flutlichtern, die die Borstentiere verschrecken können.


