In der Kleingarten-Anlage „Alte Baumschule“ in Pankow sind die Pächter der Parzellen in Unruhe. Kürzlich hatte der Besitzer der Flächen, auf denen sie ihre Mohrrüben und Radieschen ziehen, eine Kündigung gegen den Kleingartenverein ausgesprochen, ein Gericht bestätigte, dass diese Kündigung auch korrekt erfolgte.
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Gemeinsam mit der Bezirkspolitik versucht der Pankower Verband nun, die Kleingärten dennoch zu retten. Denn er geriet unverschuldet im Zuge des Kleingarten-Skandals, der noch viel größere Kreise zog, in Bedrängnis. Der Verband der Gartenfreunde Pankow wird von einem Veruntreuungsfall erschüttert. Ermittlungen gegen den ehemaligen Vorstand laufen, weil die Vorsitzende Pachtgelder nicht ordnungsgemäß weitergeleitet hatte. Ein sechsstelliger Betrag soll fehlen.
Reicht ein B-Plan zur Rettung?
In der Kleingartenanlage „Alte Baumschule“, eine der ältesten Berlins, fürchten die Pächter nun, dass der Eigentümer die Gelegenheit nutzt und die Fläche bebauen lassen will. Schon wenn die Anlage als Erholungsanlage ausgewiesen würde oder dort Wochenendhäuser errichtet würden, könnte das die Pacht verdreifachen.
Doch mit einem Trick kann das verhindert werden: Die Anlage kann schon allein durch die Aufstellung eines Bebauungsplans (B-Plan) geschützt werden, der Plan allein reicht dafür aus.
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Derzeit ist die „Alte Baumschule“ als Grünfläche ausgewiesen, damit liegt sie laut Baugesetzbuch in einem sogenannten Außenbereich. Wird noch jetzt im B-Plan eine Nutzung einzig und allein als Kleingartenanlage festgeschrieben – und damit der Istzustand als Gartenland konsolidiert –, wäre eine gewinnbringende Vermarktung der Fläche ausgeschlossen.

Schon ein diesbezüglicher Beschluss könnte laut Mike Szidat (SPD), Jurist und Bezirksverordneter in der Bezirksverordnetenversammlung Pankow von Berlin (BVV Pankow), den Eigentümer, die Spree Bridge GmbH zum Abschluss eines neuen Vertrages mit den Kleingärtnern bringen.

Doch schaffen es die Pankower, schnell einen B-Plan aufzustellen? Die Erstellung eines B-Plans über die Sommerpause ist laut Bezirksstadtrat Cornelius Bechtler (Grüne) eine „Herausforderung“. Seine Verwaltung sei aufgrund von Großprojekten schon ausgelastet.
Man denke an das Multifunktionsbad in Pankow, dessen Errichtung seit Jahren nicht vorangeht, weil im Bezirk langsam geplant wird. Ebenso eine Hängepartie ist aus vielerlei Gründen die Bebauung des Pankower Tors, um nur zwei Bespiele zu nennen.
