Obwohl Marten Laciny, so heißt Marteria mit bürgerlichem Namen, in Rostock geboren wurde, war er eine Zeit lang stolzer Berliner – und auch die Berliner waren immer stolz auf den erfolgreichen Rapper. Kein Wunder bei der Hammerstimme und den hübschen Augen. Doch inzwischen hat der Musiker der Hauptstadt größtenteils den Rücken zugekehrt. Jetzt spricht er offen über die Gründe.
Marterias Leben: Von Rostock über Berlin nach Rügen
Was viele gar nicht über Marten Laciny wissen: Er hat Schauspiel in Berlin studiert und lebte von Hartz IV, bis er erfolgreich wurde. Elf Studioalben hat er inzwischen unter den Künstlernamen Marteria und Marsimoto herausgebracht. Bald folgt mit „Zum Glück in die Zukunft III“ Nummer zwölf.

Bis 2015 war sein Hauptwohnsitz in Berlin, dann hat sich sein Lebensmittelpunkt verschoben: „Ich habe hier noch eine kleine Wohnung und mein Studio, außerdem habe ich mit meiner Verlobten zusammen eine Wohnung in Köln. Aber mein Lebensmittelpunkt liegt auf Rügen“, schildert er im Interview mit dem Tagesspiegel. „Da wohnt mein Vater und ich habe ein Haus und Tiere – Alpakas, ein Schaf, Katzen und ziemlich viele Maulwürfe.“
Marterias privater Bauernhof mit Fußbodenheizung
Marterias Leben klingt heute fast wie der Intro-Song von Pippi Langstrumpf! Wie kommt ein berühmter Rapper, der zuvor eher für seinen Partylifestyle bekannt war, zu Alpakas? „Wir hatten fünf Schafe. Eins davon – Humpekutte, die wurde 22 Jahre alt – habe ich ins Haus gelassen, weil ich eine Fußbodenheizung habe und wollte, dass sie das auch mal fühlt. Sie stand dann da auf diesem warmen Boden, hat die Augen geschlossen und hatte, glaube ich, den schönsten Moment ihres Lebens“, schwärmt er.
„Allerdings haben die Schafe danach ihren Stall nicht mehr akzeptiert, weil sie ja wussten, dass es dieses schöne, warme Haus gibt. Die Alpakas haben wir dann als Hirtentiere geholt, damit sie die Schafe wieder in den Stall bringen“, erzählt Marteria. „Das sind selbst aber auch ganz tolle, liebevolle Tiere.“
Marteria verrät, warum er Berlin verlassen hat
Haben ihn die Alpakas also aus Berlin herausgeholt – oder was findet er am Landleben besser als am Stadtleben? „Ich hab irgendwann gemerkt, dass Berlin nicht mehr gesund für mich ist“, gibt Marteria zu. „Es war immer so viel los, so viel Feierei, und ich bin da sehr affin und kann schlecht Nein sagen.“

„Nach Rügen zu ziehen, hat mir total gutgetan – die Nähe zu meiner Heimat Rostock, die Natur, das Meer, das Angeln“, erklärt er weiter, möchte aber klarstellen: „Durch diesen Abstand habe ich dann auch Berlin wieder total liebgewonnen. Viele Berliner sind ja genervt von ihrer Stadt. Und ich bin jetzt im Freundeskreis der Einzige, der so ganz euphorisch durch die Straßen geht und sagt: ‚Berlin ist die geilste Stadt!‘“

