Vom 20. bis 24. April

Protestwoche in Berlin: Was die „Neue Generation“ plant und wofür sie kämpft

Die „Neue Generation“ plant einen symbolischen Protest im Bode-Museum, der das Aufeinandertreffen von Kunst und Politik verdeutlichen soll.

Author - Sebastian Krause
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Die „Neue Generation“ hat für die kommende Woche Proteste angekündigt.
Die „Neue Generation“ hat für die kommende Woche Proteste angekündigt.Bernd Thissen/dpa

Berlin muss sich wieder auf eine neue Protestwoche einstellen. Die Gruppe „Neue Generation“ hat für kommende Woche Aktionen in der Hauptstadt angekündigt. Von Montag (20. April) bis Freitag (24. April) sollen an verschiedenen Orten Proteste stattfinden.

Wie groß die Beteiligung ausfällt, ist unklar

Nach eigenen Angaben setzt sich die Gruppe unter anderem für mehr Mitbestimmung und soziale Gerechtigkeit ein. Zu erwarten seien „kreative, sportliche und künstlerisch gestaltete Proteste“, sagte eine Sprecherin. Doch was genau wo passieren soll, ließ sie offen. Wie groß die Beteiligung ausfällt, ist deshalb unklar.

„Letzte Generation“ sorgt zuletzt für Aufsehen

Fest steht: Die „Neue Generation“ ist nicht aus dem Nichts gekommen. Die Bewegung hatte sich aus der Klimaschutzgruppe „Letzte Generation“ heraus entwickelt, die sich Anfang 2025 aufgelöst hatte.

Die „Letzte Generation“ hatte in den vergangenen Jahren unter anderem mit zahlreichen Straßenblockaden für Aufsehen gesorgt. Gleichzeitig versucht die Gruppe, sich breiter aufzustellen. In Berichten über die Umbenennung und Neuausrichtung heißt es, der Fokus solle nicht mehr nur auf Klimaschutz liegen, sondern stärker auf Demokratie- und Beteiligungsformaten.

Aktivistin Joyce Fiedler protestiert gegen die Arbeit von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche.
Aktivistin Joyce Fiedler protestiert gegen die Arbeit von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche.Neue Generation

Vorfall im Bode-Museum mit Aktivisten

Auch auf der eigenen Website wirbt die Bewegung für Aktionen im April und verweist darauf, dass aus der „Letzten Generation“ die „Neue Generation“ hervorgegangen sei und bereits „Parlamente der Menschen“ in Berlin sowie weitere lokale Formate stattgefunden hätten.

Dass es in der kommenden Woche nicht bei stillen Aktionen bleiben dürfte, zeigte sich bereits am Dienstag: Im Bode-Museum auf der Museumsinsel klebte sich eine Aktivistin an eine Vitrine. Das Ausstellungsobjekt wurde nach Angaben einer Sprecherin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz nicht beschädigt.

Protestaktion richtet sich an Katherina Reiche

Die „Neue Generation“ teilte dazu auf Instagram mit, dass eine Unterstützerin ihrer Bewegung sich als Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) verkleidet und im Münzkabinett mit Sekundenkleber an eine Glasvitrine geklebt habe. In der Vitrine würden Geldstücke ausgestellt.

Mit der Protestaktion kritisiere sie, dass Reiche „nicht die nötige kritische Distanz zur Wirtschaft“ halte, „um als Ministerin im Sinne der Bevölkerung unabhängig zu entscheiden“, schrieb die Gruppierung. Reiche ist seit dem 6. Mai 2025 Bundesministerin für Wirtschaft und Energie.

Nach dem Vorfall rückt die Polizei an

Der Ort der Aktion ist dabei alles andere als irgendeine Kulisse: Das Münzkabinett im Bode-Museum gilt als eine der weltweit größten numismatischen Sammlungen – mit rund einer halben Million Münzen und Medaillen aus mehreren Jahrtausenden. Und die Museumsinsel selbst, zu der auch das Bode-Museum gehört, steht seit 1999 auf der Unesco-Welterbeliste.

Nach dem Vorfall rückte die Polizei an. In Medienberichten hieß es, es werde wegen Hausfriedensbruchs ermittelt. Die Gruppierung wertet die Aktion als Signal: Diese könne als Auftakt für die geplante Protestwoche gesehen werden, sagte eine Sprecherin der Gruppierung am Tag nach dem Vorfall.

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