Die Hauptstadtregionen gehört immer mehr zu seinem Revier. Seit der Wolf nach Deutschland zurückgekehrt ist, hat er sich vermehrt in Brandenburg angesiedelt. In 63 Territorien leben 47 Rudel und 14 Paare. Über 160 Welpen wurden vergangenes Jahr geboren – mehr als bisher. Der Zuwachs des Wolfes sorgt aber für Probleme. Immer mehr Weidetiere werden vom Wolf in Brandenburg gerissen. Jetzt wird in der Landesregierung in Potsdam sehr laut über die Lockerungen der Abschussregelungen für den Wolf nachgedacht.
Auf einstigen Tagebaugebieten und Militärübungsplätzen hat er seine Heimat gefunden. Der Wolf, der vor etwa 25 Jahren aus Richtung Polen nach Brandenburg kam, sich vor allem in der Lausitz ansiedelte. Die Rückkehr des einst in Deutschland ausgerotteten Tieres erfreut allerdings nicht jeden. Vor allem die Landwirte sind sauer und wütend. Sie machen den Wolf für den Tod ihrer Weidetiere verantwortlich.

Problem-Tier Wolf: Brandenburg zahlt Millionen Euro an Entschädigungen für gerissene Nutztiere
Allein in den vergangenen zwölf Monaten wurden in Brandenburg fast 400 Schafe, 72 Kälber und drei Ziegen von Wölfen gerissen, teilte das Brandenburger Umweltministerium mit. Knapp 133.000 Euro Entschädigungen zahlt das Land dafür.
Für Herdenschutz und Präventionsmaßnahmen hat Brandenburg in den vergangenen zehn Jahren laut des Umweltministeriums über 8,8 Millionen Euro ausgegeben. Doch nicht allen Tierhaltern reicht das. Manche greifen zur Selbsthilfe. Laut Umweltministerium wurden im vergangenen Jahr fünf Wölfe illegal erlegt. 2021 wurde drei Fälle bekannt, im Jahr davor waren es vier Fälle.

Angesichts der vermehrten Übergriffe auf Nutztiere will die Brandenburger Landesregierung offenbar jetzt die Abschussregelungen für den Wolf lockern. In der aktuellen Landtagsdebatte in dieser Woche machte Umweltminister Axel Vogel (Grünen) klar: „Wir müssen Schaden stiftende Wölfe so schnell wie möglich entnehmen.“
Eine genetische Untersuchung, die bisher als Voraussetzung für einen Abschuss notwendig ist, hält Vogel weitgehend für überflüssig. Auch Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grünen) hatte sich bereits vor Wochen dafür ausgesprochen, Wolfs-Abschüsse nach Übergriffen auf Weidetiere wie Schafe unbürokratischer zu ermöglichen. Die Wolfsverordnung in Brandenburg werde daher in den kommenden Monaten überarbeitet.



