Ist es eine Wildsau oder doch eine Löwin? Und wer will was vertuschen? Im Netz tobt ein Kampf um Deutungshoheit über die angebliche Löwin von Kleinmachnow. Und das, obwohl die Behörden des Ortes bei Berlin nach Auswertung aller gefundenen Kot- und Haarspuren nahezu sicher sind, dass es sich bei dem gesuchten Tier um ein Borstenvieh handeln muss. Doch gerade weil es Behörden sind, die das Ergebnis verkündeten, blühen jetzt Verschwörungstheorien.
Der prominenteste Stuss-Beitrag auf Twitter kommt vom ehemaligen Bild-Chefredakteur Julian Reichelt. Er schreibt: „Warum darf das Wildschwein sich nicht einfach als Löwin identifizieren? Mich widert dieser Hass und diese Hetze gegen Translöwen nur noch an. Ich dachte, wir wären weiter. Echt jetzt.“

Morlock Nr. 2 twittert: „Die Löwin aus Berlin, die eine Wildsau ist, aber aussieht wie eine Löwin. Wahrscheinlich ihr Sternzeichen. Vertrauen Sie den Medien.“
„Darauf, dass ein Schwein vor Angst geschissen hat, als es die Löwin sah, kommt man ja nicht“, behauptet ein gewisser Cord Böge über die Kotspuren-Auswertung des Labors.
Auch immer gern getwittert: „Wenn schon gelogen wird, sollte man zumindest versuchen, es logisch aufzubauen“, so MeeraMoSol. „Interessant auch die Konturen-Nachzeichnung. Klar, man kann auch einen Osterhasen auf den Körper eines Elefanten malen ...“
Besonders krass sind Beiträge, die die „Löwin“ von Kleinmachnow mit dem berüchtigten Remmo-Clan in Verbindung bringen. So schreibt altweissmann59: „Die Löwin wurde eingefangen und dem Remmo-Clan übergeben. Es ist nicht das erste Mal, dass die Behörden diesem Syndikat einen Gefallen erweisen. Siehe den Deal mit dem Schmuck aus dem grünen Gewölbe. Uns wurde es dann als Wildsau verkauft.“
Die „Löwin“ von Kleinmachnow und der Remmo-Clan
Und so geht es munter weiter. Viele Beiträge im Netz wollen natürlich einfach nur witzig sein, aber etliche gehen einer kruden Verschwörungstheorie auf den Leim.
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Am Montag hatte die Gemeindeverwaltung von Kleinmachnow in Brandenburg unter Verweis auf erste Resultate von Laboruntersuchungen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin mitgeteilt, dass die „Löwin“ von Kleinmachnow keine Löwin war, sondern ein profaner Pflanzenfresser. Die Ergebnisse einer Analyse der Haar- und Kotproben von der Stelle der Sichtung deuteten eher auf ein Wildschwein hin. Die Ergebnisse sind allerdings vorläufig und können sich in Details noch mal ändern.


