Die Jagd nach der vermeintlichen Löwin von Kleinmachnow und die darauffolgende Debatte haben gezeigt: In Brandenburg gibt es viel mehr große Wildtiere in Gefangenschaft als gedacht. Der Landestierschutzverband fordert deshalb in Brandenburg ein strengeres Vorgehen gegen die private Haltung exotischer und gefährlicher Tiere.
In Brandenburg werden 23 Löwen gehalten
Hätten Sie gewusst, wie viele Löwen es in Brandenburg gibt? 23. Die Raubkatzen leben laut Landesumweltamt bei drei Zirkusunternehmen, in zwei Zoos und bei einem privaten Halter. Raubkatzen, aber auch Giftschlangen oder Vogelspinnen: Immer wieder besitzen auch Privatleute gefährliche Tiere. Tierschützer, die strengere Regeln und Verbote für die Haltung wollen, sehen in Brandenburg eine Lücke.
Der Landestierschutzverband fordert ein strengeres Vorgehen gegen die private Haltung dieser Tiere. In anderen Bundesländern gebe es eine Gefahrtier-Verordnung, Brandenburg solle hier nachziehen, sagt der Verbandsvorsitzende Rico Lange.
Nach solchen Verordnungen ist das Halten bestimmter gefährlicher Tiere für private Zwecke nicht erlaubt, auch um die Bevölkerung zu schützen. Darunter fallen laut der Verordnung des Landes Berlin etwa Menschenaffen, große Raubkatzen, Panzerechsen, Giftschlangen, giftige Spinnen und Skorpione. Für manche Tierarten kann es Ausnahmegenehmigungen geben.

Die Debatte über die Haltung gefährlicher Raubtiere und den Umgang damit ist angesichts der Suche nach einer vermeintlichen Löwin in Kleinmachnow südlich von Berlin wieder entbrannt. Das Thema sei in der Politik angekommen, sagt Tierschützer Lange. „Da ist Bewegung drin.“ Nach Langes Meinung halten sich Privatleute exotische und gefährliche Tiere vor allem aus „Prestigegründen“. Eine artgerechte Haltung sei vielfach nicht möglich.
Löwen und Co.: EU will die Halte-Regeln verschärfen
Nach Experten-Analysen und Laboruntersuchungen stellte sich in Kleinmachnow heraus, dass gar keine Löwin frei herumlief. Es handelte sich bei der Sichtung um ein Wildschwein.
Der Landestierschutzverband, dem zahlreiche Tierschutzvereine angehören, spricht sich auf Bundesebene auch für die Einführung einer Positivliste aus. Darauf dringt etwa Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne).


