Eigentlich wäre am Samstag die alljährliche Parade zum Christopher Street Day durch die Straßen der Stadt gerollt – bedingt durch die Corona-Krise fiel das Event der Berliner LGBTQ-Szene ins Wasser. Dafür leuchtete das Internet in Regenbogenfarben: Die Veranstaltung flackerte per Livestream über Berlins Mattscheiben.
Von 14 Uhr bis Mitternacht sollte es in einer Live-Sendung, die unter anderem auf „Youtube“ und im TV bei „Alex“ ausgestrahlt wurde, Aktionen, Talks und künstlerische Beiträge geben. „Was uns an diesem digitalen Event besonders freut ist, dass wir viele kleine Initiativen zu Wort kommen lassen können, die beim Millionen-Event sonst eher zu kurz kommen“, sagte Jasmin Semken aus dem CSD-Vorstand zu Beginn der Übertragung.

Gesendet wurde aus einem Livestudio im Haus der Statistik. Von Außenstandorten in Schöneberg und am Regierungsviertel soll über die Situation von Lokalen im Regenbogenkiez und von queeren Menschen in anderen Ländern berichtet werden. Hier trafen sich auch einige Schaulustige. Zudem sollten einige kleinere Demos stattfinden, etwa ein Marsch vom Neptunbrunnen zum Brandenburger Tor.

Foto: Berliner KURIER / Christian Schulz
Auch Berlins Regierender Michael Müller (SPD) meldete sich. „Wir alle wären gern zusammengekommen, um zu feiern und zu demonstrieren. Corona hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt er. „Wir haben nun digitale Möglichkeiten, um die Botschaft ,Don’t hide your pride‘ weiterzutragen.“ Es gebe noch Übergriffe auf Schwule und Lesben. „Wir dürfen das in unserer Stadt, in unserem Land nicht akzeptieren.“
