Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat erneut Fehler bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie kritisiert. „Was Schwachsinn gewesen ist, wenn ich so frei sprechen darf, sind diese Regeln draußen“, sagte Lauterbach in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ am Donnerstagabend.
Er bezog sich etwa auf das zeitweise ausgesprochene Verbot, ohne Maske joggen zu gehen. „Das ist natürlich klar, das sind Exzesse gewesen“, sagte Lauterbach, der seit Dezember 2021 Gesundheitsminister ist. Die Länder hätten massiv überreizt, insbesondere Bayern. Auch die langen Kita- und Schulschließungen seien ein Fehler gewesen.
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Noch während der Pandemie klang das anders: bei Lanz sagte Lauterbach im Sommer 2020 „Ich bleibe dabei: Wir hätten die guten Erfolge mit den vergleichsweise niedrigen Todesfällen ohne die Schulschließungen nicht hinbekommen.“
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Deutschland sperrte die Kinder weg
Während in anderen Ländern eher in Unternehmen Kontakte reduziert wurden, hat man in Deutschland bei den Kita-Kindern und bei den Schulkindern angesetzt. Das solle man so nicht wiederholen, so Karl Lauterbach heute. Die Studienlage darüber wie ansteckend Kinder seien sei damals sei nicht so klar gewesen. Dass Experten und Wissenschaft allerdings konkret zu Schulschließungen geraten hätten, trifft so nicht zu: „Wir haben immer Empfehlungen abgegeben, mit denen man den Betrieb in Schulen und Kitas hätte laufen lassen können, wenn auch unter Anstrengung“, sagte jüngst Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), der Zeit.
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