Ein kleines Mädchen liegt im Bett und hat die Augen geschlossen. Neben ihr sind vier Schalen aus Metall aufgebaut. Ein Mann mit dunklen Haaren und Brille schlägt mit einem Stab auf eine dieser Schalen. Es hallt ein tiefer, lang anhaltender, angenehmer Ton durch den Raum. Die Therapie mit tibetischen Klangschalen dient der Entspannung und Regeneration und wurde schon vor 6000 Jahren im Fernen Osten angewendet. Minas Suluyan bietet sie seit fünf Jahren unter anderem im Helios-Klinikum in Berlin-Buch auf der Kinderonkologie an. Doch das Fortbestehen dieser Entspannungsmethode ist in diesem Jahr in Gefahr, weil die Finanzierung durch den Berliner Verein Kinderhilfe e.V. nicht mehr gesichert ist.
„Meine achtjährige Tochter hatte nach der Chemo starke Bauchschmerzen. Nach der Klangschalen-Therapie ging es ihr viel besser und sie konnte sogar auf Schmerzmittel verzichten“, sagt Karoline V. Sie selbst sei während der Behandlung mit im Raum gewesen und es habe sie ebenfalls entspannt, „so sehr, dass ich fast eingeschlafen wäre.“ Medina wird aufgrund eines Weichgewebetumors am Unterarm in der Klinik behandelt und nutzt das Angebot. Doch ausgerechnet in dieser ohnehin schwierigen, vom Coronavirus geprägten Zeit könnte es zum 1. März eingestellt werden, sofern die Kostenübernahme danach nicht gesichert wird. Über die Vereinbarung müsse im Februar erneut entschieden werden, teilt Birgit Wetzig-Zalkind, Sprecherin der Kinderhilfe-Hilfe für krebs-und schwerkranke Kinder e.V. dem KURIER auf Anfrage mit. „Leider ist das vergangene Jahr auch an uns nicht spurlos vorbeigegangen und das Spendenaufkommen erheblich eingebrochen“, so Wetzig-Zalkind.

Die Klangschalen-Therapie wird von den gesetzlichen Krankenkassen bislang nicht finanziert und als Behandlung anerkannt. Dennoch liegt sie dem Chefarzt für Kinder-und Jugendmedizin am Helios-Klinikum-Berlin-Buch, Dr. Patrick Hundsdörfer, sehr am Herzen. „Uns ist es unheimlich wichtig, dass wir das Angebot weiter machen können und finanziert bekommen. Es ist zum Wohle der Kinder“, betont er. Minas biete etwas an, was völlig anders sei als alle anderen Angebote für die Kinder, mit denen man versuche, sie von der schlimmen Situation abzulenken. Es bringe Ruhe und Entspannung auf die Station.
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„Die Schwingungen, die beim Bespielen der Schalen entstehen, sind bis in jede Körperzelle spürbar. Das Massieren dieser Zellen, Nervenbahnen und Muskulatur ermöglicht eine wohltuende Regeneration. Dadurch entstehen Kraftressourcen, die dem Klienten neue Lebenskraft und Energie schenken. Das Immunsystem wird wieder gestärkt“, erklärt Minas Suluyan. Der Musik-und Klangtherapeut wollte ursprünglich einmal Erzieher werden und hat nun mit seiner Arbeit auf den pädiatrisch-onkologischen Stationen im Helios-Klinikum und der Charité seine Liebe zu Musik und Kindern miteinander verbinden können.

