Der Waldbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog in Brandenburg wird die Einsatzkräfte am Sonntag weiterhin beschäftigen – den fünften Tag in Folge. Am Samstag hatte sich die Lage verschärft, ein rasches Ende des Löscheinsatzes ist nicht absehbar.
Die von den Flammen betroffene Fläche ist deutlich größer geworden. Es seien jetzt über 150 Hektar, sagte eine Sprecherin der Stadt am Samstagabend. Am Vormittag hieß es noch, es brenne auf insgesamt 45 Hektar.
Zum Vergleich: Die Parkfläche von Sanssouci in Potsdam hat rund 300 Hektar, der Berliner Mauerpark ist etwa 15 Hektar groß.
Die Feuerwehr versucht vom Boden aus, das am Mittwoch entstandene Feuer aufzuhalten – wegen der Munitionsbelastung in dem Gebiet keine leichte Aufgabe. Weil die Explosionsgefahr zu groß ist, kommen die Einsatzkräfte nach wie vor nicht an die Brandstellen im Wald heran.
Ortschaften sind noch nicht gefährdet
„Man ist frustriert“, sagte Einsatzleiter Rico Walentin. Seine Prognose: „Wenn das Wetter so bleibt, rechnen wir mit einer weiteren Ausbreitung.“ Die nächsten Ortschaften seien aber immer noch weit entfernt.
In der Nacht zu Sonntag war der Feuerwehreinsatz unterbrochen worden. Der Eigentümer des Areals übernahm die Brandwache. Am Sonntagvormittag werde die Feuerwehr wieder da sein, sagte Walentin.

Feuerwehr versucht, Feuer mit Schneisen aufzuhalten
Die Feuerwehr versuche, den Brand an den sogenannten Waldbrandschutzstreifen aufzuhalten, sagte als Sprecherin für die Stadt die Leiterin des Ordnungsamts, Christiane Lindner-Klopsch. Es handelt sich dabei um etwa 30 Meter breite Schneisen im Wald, auch mit Fahrwegen.
Die betroffene Waldbrandfläche gehört zu einem großen Areal im Eigentum der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg. Sie sichert ehemalige Truppenübungsplätze für den Naturschutz. Der Geschäftsführer der Stiftung Naturlandschaften, Andreas Meißner, sagte, betroffen sei das „Herzstück“ der Wildnisfläche. Aus Naturschutzsicht sei es sehr betrüblich, dass die Flächen schon wieder brennen würden.


