Eigentlich soll sich beim Berlin-Marathon am kommenden Wochenende alles um die fleißigen Läufer drehen. Doch viele befürchten, dass die Mitglieder der Letzten Generation das Event medienwirksam nutzen – und die Strecke blockieren werden. Immerhin schreckten die Aktivisten vergangenes Wochenende auch nicht davor zurück, das Brandenburger Tor zu beschmieren. Vorsorglich sprach die Berliner Polizei jetzt eine Warnung aus: Proteste rund um den Marathon am Samstag und Sonntag sind verboten und werden hart bestraft!
Update: Klima-Kleber wollen den Berlin-Marathon stören!
Die Letzte Generation will es tatsächlich wagen: Die Aktivisten haben angekündigt, den Berlin-Marathon blockieren zu wollen! „Weil darüber scheinbar Unklarheit herrscht: Ja, wir unterbrechen den Berlin-Marathon. Vor der Klimakatastrophe können wir nicht davonrennen“, schreibt die Gruppe am Freitagmorgen in einer sehr knappen Pressemitteilung. Weitere Angaben dazu gab es nicht, auch auf Nachfragen gab es zunächst keine Antwort.
2000 Euro Bußgeld pro Kopf
Eigentlich wollte die Berliner Polizei mit einem Verbot von Protestaktionen Störungen von Klimademonstranten beim Marathon am Wochenende verhindern: „Verstöße gegen diese Allgemeinverfügung werden geahndet und sind mit einem hohen Bußgeld belegt“, erklärt ein Polizei-Sprecher.
Die Polizei ging vor der Pressemitteilung nicht von Störungen der Klimaschutzgruppe aus. „Derzeit gibt es keine Erkenntnisse, dass die Letzte Generation beabsichtigt, im Zusammenhang mit dem Berlin-Marathon Blockadeaktionen oder ähnliche Aktionen durchzuführen“, betonte der Sprecher.
Die genauen Regelungen wurden noch nicht veröffentlicht, aber der Tagesspiegel berichtet: Jegliche nicht angemeldete Versammlung oder Aktion im Bereich des Marathons werde verboten. Bei Verstößen drohe ein Bußgeld in Höhe von 2000 Euro pro Kopf! Doch die Klima-Kleber wollen offenbar nicht hören …

Schutz der Gesamtstrecke wird schwierig
42 Kilometer laufen die Marathon-Teilnehmer am Sonntag ab. Diese große Strecke komplett zu schützen, sei „sehr schwierig“. Angesichts der Größe des Einsatzraumes rund um den Berlin-Marathon sei es „so gut wie unmöglich“, die Marathonstrecke derart zu schützen, dass Blockadeaktionen oder sonstige Störungen gänzlich ausgeschlossen werden könnten, heißt es vonseiten der Polizei. Sollte es aber zu Störungen kommen, würden Polizisten und auch Ordner „so schnell wie möglich“ reagieren.
Die Polizei ist jedenfalls gut auf den Ernstfall vorbereitet: Rund 650 Einsatzkräfte sollen nach bisheriger Planung der Polizei an diesem Sonntag den Marathon absichern. Bereits am Samstag findet der Marathon der Inline-Skater mit 4500 Teilnehmern statt. An diesem Tag seien rund 500 Einsatzkräfte geplant, heißt es.
Klima-Kleber haben Protestmarsch für Samstag angekündigt
Tatsächlich hat die Letzte Generation Anfang der Woche einen Protestmarsch für den kommenden Samstag angekündigt: Er beginnt um 13 Uhr am Nollendorfplatz. Bisher wurde die Aktion auch nicht abgeblasen. Sollten die Aktivisten den Skatern am Samstag in die Quere kommen, ist wohl mit Konsequenzen zu rechnen.
📌 DIESEN SAMSTAG:
— Letzte Generation (@AufstandLastGen) September 19, 2023
👉🏽 11 Uhr Brunch an der Apostelkirche 1 (10783 Berlin)
👉🏽 13 Uhr Protestmarsch ab Nollendorfplatz
Bis Samstag! 🤝 pic.twitter.com/xlnHYPjthi
Gruppierung Fridays for Future sieht den Marathon kritisch
Fest steht: Der Berlin-Marathon ist ein Dorn im Auge von Klimaschützern. So äußert sich auch die Gruppe Fridays for Future kritisch zu der Massenveranstaltung: Die jüngsten Bemühungen des Berlin-Marathons um mehr Nachhaltigkeit seien zwar nett – große Veranstaltungen und Konzerne würden sich mittlerweile häufig als klimaneutral oder nachhaltig präsentieren, sagte Sprecherin Clara Duvigneau von Fridays for Future Berlin der Deutschen Presse-Agentur.



