Sie sollen giftige Gase eingeatmet haben. Berliner Polizisten, die in den vergangenen Jahren auf Schießständen trainierten. Doch einige der Anlagen waren marode. Vor allem die Entlüftungssysteme funktionierten offenbar nicht mehr, so dass giftige Dämpfe, die durch das Schießen entstanden, aus den Räumen nicht abziehen konnten. Polizisten klagten über Beschwerden. Es soll auch Todesfälle gegeben haben. Jahrelang wurde in der Sache ermittelt. Betroffene forderten Entschädigungen. Nun lenkte der Senat endlich ein - stellt vier Millionen Euro für Zahlungen zur Verfügung.
Nach langem Ringen haben Berliner Innenverwaltung, Gewerkschaften, externe Fachleute und Betroffene eine Entschädigungslösung in der sogenannten Schießstandaffäre bei der Polizei gefunden. Demnach erhalten alle 786 Antragsteller 75 Euro Entschädigung für jeden Monat, in dem sie in Polizei-Dienststellen arbeiteten, in denen sie regelmäßig Schießtrainings auf maroden Schießständen absolvierten. Dazu gehören etwa Schießtrainer oder Beamte des Spezialeinsatzkommandos.
Lesen Sie auch den Kommentar: Ab 2030 nur noch E-Autos in Berlin? Bettina Jarasch macht sich gerade – und die anderen Spitzenkandidaten? >>
Wie die Innenverwaltung und die Gewerkschaft der Polizei am Montag weiter mitteilten, hat eine unabhängige sogenannte Sichtungskommission die Fälle von Polizisten, die in der Vergangenheit bereits entschädigt oder deren Anträge abgelehnt wurden, noch einmal überprüft. In mehr als 70 Fällen seien frühere Entscheidungen korrigiert worden.
Schießstand-Affäre: Polizisten sollen giftige Gase eingeatmet haben
Schießtrainer und Polizisten von Spezialeinsatzkommandos hatten vor Jahren viel Zeit in maroden Schießständen verbracht und kritisiert, dass die Luft dort schädlich oder giftig sei. Das soll an Pulverdampf, schlechten Lüftungsanlagen und Asbest in Dämmstoffen gelegen haben. Die Staatsanwaltschaft stellte jahrelange Ermittlungen ein. Ein Zusammenhang zwischen Schießtraining und Langzeiterkrankungen oder Todesfällen von Polizisten sei nicht mit erforderlicher Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. 2014 wurde der letzte marode Schießstand geschlossen.


