Was geht wieder auf Berlins Straßen und Schienen? Am Montag war das jedenfalls nicht viel. Und wie sieht es am Dienstag aus? Haben Glätte und Kälte die Hauptstadt weiter im Griff oder sind die öffentlichen Verkehrsmittel wieder einsatzbereit?
U-Bahnen sind weitgehend wieder unterwegs
Nach dem Winterchaos zum Wochenstart gibt es zumindest etwas Hoffnung, dass der Verkehr wieder rollt. Die U-Bahnen verkehren weitgehend, jedoch gab es am Montagvormittag Teilausfälle aufgrund der Witterung.
Die U3 fährt wieder zwischen Breitenbachplatz und Krumme Lanke. Damit ist nur noch die U2 von vereisten Stromschienen betroffen. Sie ist damit weiter zwischen Potsdamer Platz und Wittenbergplatz und zwischen Rosa-Luxemburg-Platz und Pankow unterbrochen.
Busse fahren wieder, aber mit Verspätungen
Ähnlich sieht es bei Bussen aus. Sie fahren zwar grundsätzlich wieder. Aufgrund der Glättegefahr und des hohen Verkehrsaufkommens kann es vereinzelt aber zu Verspätungen kommen.
Einschränkungen im Regionalverkehr
Auch im Regionalverkehr der S- und Regionalbahnen bleiben Verspätungen nicht aus. Vereinzelt kann es auch zu Zugausfällen kommen. Die S-Bahnstrecke zwischen Gesundbrunnen und Nordbahnhof ist aktuell durch Pendlerverkehr ersetzt.
Einschränkungen gibt es bei den Linien S41, S42 und S46. Nach Angaben der S-Bahn Berlin fahren die S41 und S42 derzeit nur im Zehn-Minuten-Takt. Auf der S46 entfällt der Zehn-Minuten-Takt zwischen den Stellen Grünau und Hermannstraße.
Die S47 fährt nur zwischen Spindlersfeld und Schöneweide. Die S-Bahn Berlin bittet daher Fahrgäste, zwischen Schöneweide und Südkreuz die Linie S46 zu nutzen.
Betrieb der Straßenbahnen komplett eingestellt
Schwieriger sieht es beim Betrieb der Straßenbahnen aus. Der ist komplett eingestellt - mindestens noch bis Dienstag. Grund sind vereiste Oberleitungen. Techniker seien zwar dabei, die Probleme zu beheben und die Strecken wieder fahrbar zu machen. Wann das aber sein wird, ist offen.
„Das ist eine historische Lage, das hatten wir so noch nie“, sagte eine Sprecherin. Seit Montag 4 Uhr sei der Verkehr eingestellt. Auch die Gleisanlagen sind von der Vereisung betroffen. Aktuell stehen laut BVG noch rund 40 Straßenbahnen im Steckennetz. „Wir tun mit allen verfügbaren Kräften alles dafür, den Straßenbahnverkehr so schnell wie möglich wieder zum Laufen zu bringen“, teilte BVG-Betriebschefin für U-Bahn und Tram, Meike Brännström, mit.
Berliner Straßenverkehr kommt völlig zum Erliegen
Das Wetterchaos am Montag hatte den Berliner Straßen- und Schießenverkehr teils völlig lahmgelegt. Stark betroffen waren Busse und Trams. „Aufgrund der aktuellen Witterungsbedingungen ist der Straßenbahnverkehr im gesamten Stadtgebiet eingestellt“, hieß es am Montagvormittag auf der Internetseite der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG).
Dutzende Bahnen hingen auf den Strecken fest, schafften es wegen der Wetterlage nicht zurück in die Depots, berichtete rbb24. Mit den Fahrern an Bord, die die Straßenbahnen bewachen. Als Alternative sollte man S- oder U-Bahn benutzen, doch auch dort gab es Probleme.
Berliner Fußballverband sagt alle Spiele bis Mittwoch ab
Vom Wetter ist auch der Spielbetrieb im Fußball betroffen. Der Berliner Fußball-Verband (BFV) sagte alle Spiele bis einschließlich Mittwoch ab. Als Grund nannte der BFV die aktuelle Wetterlage und dass zahlreiche Sportanlagen witterungsbedingt gesperrt worden seien. Die Absage betrifft alle Pflichtspiele sowie den Freizeitbereich.
Testspiele können hingegen bei Freigabe des Platzes stattfinden. Von der Generalabsage sind aber nicht Hallenturniere und Spiele auf NOFV- sowie DFB-Ebene betroffen. „Auch hier kann es jedoch individuell zu witterungsbedingten Spielabsagen kommen“, hieß es vom BFV.

Mehr als 100 Unfälle in Berlin
Auf der A100 war in Höhe Dreieck Neukölln der Tunnel Grenzallee wegen einer Eisschicht gesperrt. Es kam zu langen Staus. Um 12 Uhr wurde er wieder für den Verkehr freigegeben.

In der Nacht und am Morgen kam es gehäuft zu Glätteunfällen. Die Polizei wurde zu 100 Unfällen gerufen. In der Olympischen Straße in Berlin-Charlottenburg verlor der Fahrer eines BVG-Pkw die Kontrolle über sein Auto und rutschte gegen eine Laterne.
Und in der Walterstraße in Neukölln kam ein Löschfahrzeug der Feuerwehr auf spiegelglatter Straße nicht mehr weiter. Es musste viel Sand auf das Kopfsteinpflaster geschüttet werden, damit der Lkw wieder Grip bekam.

Am frühen Montagmorgen waren in Prenzlauer Berg kaum Menschen auf der Straße, nur wenige Autos zu sehen. Auf den Gehwegen war noch nicht frisch gestreut, Fußgänger tapsen ganz langsam vorwärts.
Der BSR-Winterdienst streute auf den wichtigsten Straßen Salz. Aber: „Aufgrund des Regens wurde Feuchtsalz aber teilweise von Fahrbahnen gespült und Wirkung abgeschwächt“, warnte die Berliner Verkehrsinformationszentrale. Nebenstraßen, Radwege und Gehwege waren teilweise sehr glatt, weil dort kein Auftaumittel eingesetzt wurde, hieß es.

Vor den glatten Straßen kapitulierte auch die Berliner Stadtreinigung. Wie eine Sprecherin dem RBB sagte, sei die Entscheidung, die BSR-Fahrzeuge auf den Höfen zu lassen, am frühen Morgen gefallen. Da die Müllfahrzeuge groß und schwer seien, bestehe das Risiko, dass sie wegen der Glätte nicht durchkommen. Die Touren sollen am Samstag nachgeholt werden.
Scheiben von Autos sind zugefroren
Autofahrer versuchten, die durch gefrierenden Regen vereisten Scheiben ihrer Autos wieder freizukratzen. An der Haltestelle der M2 hingen Eiszapfen von der Anzeige.
Für die kommende Nacht werden wieder Schneefall, Minustemperaturen bis minus drei Grad und Glätte vorhergesagt.




