Krasse Werbung

„Ganz großes Tennis …“ – Sixt macht sich über Wegner lustig

Kaum war der Strom wieder da, ging im Netz das Licht an – und zwar für Spott. Der Autovermieter Sixt hat Berlins Regierenden Bürgermeister Kai Wegner öffentlich aufgezogen.

Author - Stefan Tappert
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Wollte den Kopf freikriegen beim Tennis: Berlins Regierender Kai Wegner
Wollte den Kopf freikriegen beim Tennis: Berlins Regierender Kai Wegnerkai-wegner.de

Während rund 100.000 Haushalte ohne Strom saßen, soll Wegner am Samstagmittag mit seiner Partnerin Tennis gespielt haben. Als die Großschadenslage beendet war, war das Thema plötzlich überall: „Tennis-Gate“. Die Opposition forderte Konsequenzen, Rückendeckung kam aus der Union – sogar Bundeskanzler Friedrich Merz stellte sich hinter Wegner. Doch im Netz half das wenig.

Spott statt Schonung

Sixt ließ sich die Steilvorlage nicht entgehen. Auf Instagram veröffentlichte der Autovermieter zwei Bilder: Auf dem ersten prangt Wegners Foto neben dem Spruch „Ganz großes Tennis …“. Auf dem zweiten folgt die Pointe: ein Mercedes CLA mit der Auflösung „… zum ganz kleinen Preis“. Dazu der Text: „Karriere-Tipp für 2026: Mit diesem schicken CLA kann jeder sportlich bei der Arbeit aufschlagen.“

Ein Treffer mitten ins politische Gesicht. Innerhalb kurzer Zeit sammelte der Post tausende Likes und hämische Kommentare. „Bravo!“ oder „Ich liebe es“ heißt es unter dem Beitrag. Meme-Kultur, wie Sixt sie liebt – und beherrscht.

04.01.2026, Berlin: Kai Wegner (CDU, M), Regierender Bürgermeister von Berlin, spricht während eines Stromausfalls im Südwesten Berlin.
04.01.2026, Berlin: Kai Wegner (CDU, M), Regierender Bürgermeister von Berlin, spricht während eines Stromausfalls im Südwesten Berlin.Sebastian Gollnow

Netz kennt keine Gnade

Der Sixt-Post reiht sich ein in eine Welle aus Häme. Die frühere Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang stichelte bei X: „Immerhin hatte Wegner am Samstag Netz.“ Satiriker Martin Sonneborn legte nach und spottete über Wegners Erklärung, er habe „den Kopf freibekommen“ wollen.

Der Tenor: Wer in der Krise Tennis spielt, darf sich über Spott nicht wundern.

Sixt als Meister der Provokation

Dass ausgerechnet Sixt zuschlägt, überrascht nicht. Der Autovermieter nutzt seit Jahren Skandale und Aufreger für provokante Werbung – gern auf Kosten Prominenter. Ob Politik, Promis oder Wirtschaftsbosse: Wer stolpert, landet schnell im Sixt-Feed. Reichweite garantiert.

Für Kai Wegner dürfte das bitter sein. Denn während der Stromausfall technisch aufgearbeitet wird, bleibt politisch vor allem eines hängen: das Bild eines Regierenden Bürgermeisters mit Tennisschläger – und eines Unternehmens, das daraus „ganz großes Tennis“ macht.