Mit vier Paketen stand der Bote endlich vor der Tür – tagelang hatte Rigers K. (24) darauf gewartet. Sein Pech: Der Zusteller war ein Zollbeamter mit Handfesseln in der Tasche. Nach dem gescheiterten Drogenschmuggel steht Rigers K. vor Gericht.
Mit einem Komplizen soll der Angeklagte den Drogen-Deal verabredet haben
Nur ein kleines Rädchen will er gewesen sein – „von Herkunft und Menge hatte ich keine Ahnung, auch nicht über die Wege“. Nie zuvor habe er so etwas getan – „es war ein Fehler, ich bereue es“. Der Staatsanwalt geht davon aus: Vor dem 21. März soll K. mit einem bislang unbekannten Komplizen verabredet haben, „größere Mengen Marihuana aus Spanien nach Berlin in Paketsendungen zu schicken, um die Drogen dann zu verkaufen“.
Mit Absender aus Alicante unter dem Pseudonym „Pascal L.“ wurden in einem Paketshop insgesamt 47,5 Kilo Cannabis in einer Sendung mit vier Packstücken an einen „Antonio G.“ in Treptow aufgegeben. Die Drogenpakete gingen vom Frachtunternehmen auf dem Landweg von Spanien über Frankreich nach Deutschland. Am 24. März sollte die Schmuggel-Lieferung eintreffen.
Statt des Lieferboten mit dem Drogen-Paket rückte ein Zollfahnder an
Rigers K. wartete in einer Wohnung. Der Zoll aber hat bei Sendungen aus dem Ausland ein waches Auge – sind sie auffällig schwer, zu leicht oder irgendwie merkwürdig? Am 23. März machen Beamte des Hauptzollamtes Lörrach (Baden-Württemberg) am Grenzübergang eine Stichprobe. Verdeckte Ermittlungen liefen an. Die Pakete wurden neu gepackt – statt Marihuana gab es Heu und andere legale Dinge. Und in die Rolle des Zustellers schlüpfte ein Mann von der Zollfahndung.
Als Lohn für den Drogendeal waren 150 Gramm Cannabis ausgemacht – für den Eigenbedarf
Rigers K. hatte sich vorbereitet: Klingelschild mit der Alias-Personalie „Antonio G.“ versehen, auch den Briefkasten präpariert, dazu ein gefälschter italienischer Ausweis mit seinem Foto. Er kam mit den vier Paketen noch in die in der dritten Etage gelegenen Wohnung. Doch ihm folgten die Ermittler: Festnahme um 11.30 Uhr.
K. stammt aus Albanien, lebt seit vier Jahren in Bremen. Weil er Berlin „cool“ findet, war er im März zu Besuch bei Freunden und Verwandten. Jetzt jammert er: „Ich lernte einen Leon kennen, der fragte mich, ob ich Pakete annehmen würde.“ Als Lohn seien 150 Gramm Cannabis ausgemacht worden.




