Heizpilze gelten als Klimakiller, sind in Berlin vor Innenstadt-Lokalen verboten. Nun soll dies aufgehoben werden, um die in der Corona-Krise gebeutelten Wirte über den Herbst und den Winter zu retten. Im Gegenzug wollen Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) und Umweltsenatorin Regine Günther (Grüne) einen autofreien Sonntag.
Etwa 60 Prozent der über 7200 Berliner Wirte und Hoteliers bangen laut einer Umfrage des Gewerbeverbandes Dehoga um ihre Existenz. Vor allem, wenn die kältere Jahreszeit kommt, die Mehrheit ihrer Gäste nicht mehr die Plätze im Freien nutzen und innen wegen der Corona-Abstands-Regeln kaum noch Besucher bewirtet werden können. „Die Angst vor dem Winter ist groß“, sagt Dehoga-Chef Guido Zöllick. Man befürchte eine Pleitewelle „ungeahnten Ausmaßes“, die es zu verhindern gilt.
Die Lösung: Wirte sollen ihre Außenbereiche winterfest machen, damit sie so auch in der kalten Jahreszeit mehr Gäste bewirten können. Damit keiner friert, sollte dort das Aufstellen von Heizpilzen wieder erlaubt werden, fordert nun FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja. Ein Antrag wird dazu im Abgeordnetenhaus vorgelegt.

Dafür, das seit 2009 geltende Heizpilzverbot außer Kraft zu setzen, ist auch Wirtschaftssenatorin Pop. „Es wäre zu begrüßen, wenn die Bezirke mit einheitlichen Regelungen unbürokratisch und großzügig Außengastronomie in der kalten Jahreszeit ermöglichen“, sagt sie dem KURIER. Aber sie setzt noch einen drauf: Um den Schadstoffausstoß der Heizpilze zu kompensieren, könne man „mit einem autofreien Sonntag das CO2 wieder einsparen“, schlägt Pop vor. Ähnlich sieht es Umweltsenatorin Günther.
