Ob bunt gefärbt oder nicht – Eier gehören einfach zum Osterfest. Doch in diesem Jahr wird das Verstecken der traditionellen Hühnerprodukte ein richtig teures Vergnügen. Und nicht nur, weil die Eierpreise eh schon kurz vor den Feiertagen ansteigen.
Wie tief nun die Berliner und Brandenburger in die Tasche greifen müssen, hat jetzt das Landesamt für Statistik ermittelt. Sie müssen für die Eier zu Ostern deutlich mehr als noch im Vorjahr zahlen. Im März lag die Teuerung im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 12,4 Prozent in Berlin, sogar 15,3 Prozent in Brandenburg.
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Im Bundesdurchschnitt zogen die Eierpreise um 16,6 Prozent zum Vorjahr an. Mitte März lag der Preis für ein Paket mit zehn Eiern aus Bodenhaltung in der Größe M bei 2,02 Euro, sagt Mechthild Cloppenburg, Expertin der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI). „Vor einem Jahr kostete so eine Packung noch 1,75 Euro.“
Aber nicht die traditionelle höhere Nachfrage führt nun zum Explodieren der Ostereierpreise. Und es liegt auch nicht daran, dass es wegen der Vogelgrippe zu wenig Eier in unserer Region gibt. Im Gegenteil: Die Landesstatistiker erklären, dass im vergangenem Jahr in Brandenburg 913,8 Millionen Eier für den Verzehr erzeugt wurden. Das waren 13,3 Millionen Eier oder 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres haben die Brandenburger Legehennen bereits wieder knapp 157 Millionen Eier gelegt.

Teure Ostereier: Die Inflation macht sich schon seit Monaten bemerkbar
Die Gründe für Teuerungswelle haben andere Ursachen. Denn die Inflation macht sich schon seit Monaten bemerkbar. Laut dem Statistischen Landesamt stiegen die Eierpreise schon im Januar 2022 an, also noch vor Beginn des Kriegs in der Ukraine. Da lag die Teuerungsrate im Vergleich zum Vorjahr bei 11,7 Prozent (Berlin) beziehungsweise 12,7 Prozent (Brandenburg). Danach stieg sie auf bis zu 29,6 Prozent im Mai 2022 in Brandenburg.

Ursache waren nicht nur die gestiegenen Futterpreise und Löhne, die die Halter von Legehennen zu zahlen hatten. Der Hauptgrund für die hohen Eierpreise liegt nach Expertenansicht im Verbot des Kükentötens, das im Januar 2022 in Kraft getreten ist. Damit wurde in Deutschland die Praxis beendet, dass Millionen von männlichen Küken getötet wurden, weil ihre Aufzucht im Gegensatz zu den Legehennen unwirtschaftlich ist.
Das sorgte bei den Brutbetrieben für Probleme: Besonders für kleinere Unternehmen war die Investition in eine geschlechtsspezifische Erkennung im Ei mittels Computerscan zu teuer. Da sie nun auch nicht mehr männliche getötete Küken als Futtertiere etwa an Zoos verkaufen durften, fiel ihnen eine zusätzliche Einnahmequelle weg. Am Ende gaben viele Brutbetriebe auf. 2022 gab es bundesweit 45 Prozent weniger Legeküken, die dann später für Eier sorgen sollten.

In diesem Jahr treiben aber nun die hohen Energiekosten für die Hühnerställe die Eierpreise in die Höhe. Und natürlich wollen die Eierproduzenten, genauso wie jeder andere Einzelhändler auch, bei dem Ostergeschäft kräftig mitverdienen.



