Sie können nicht von ihm lassen – die Fans von Egon Krenz (85). 180 Besucher kamen am Donnerstagabend zur Buchpremiere des früheren DDR-Staats- und Parteichefs, der wieder einmal erzählte, wie schön doch alles früher einmal war.
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Der Saal im Berliner ehemaligen Verlagshauses vom „Neuen Deutschland“ war voll. Krenz fühlte sich sichtbar wohl. „Es war wie bei einem Klassentreffen“, sagte ein Besucher. Größtenteils waren Rentner erschienen. Drei Stunden dauerte die Veranstaltung, in der Krenz aus seinem ersten Biografie-Band „Aufbruch und Aufstieg“ (Verlag Edition Ost) las, dann mit seinen Fans sprach und fleißig Autogramme gab.
Krenz erzählte von seiner Kindheit und wie er zum Politiker wurde. Dabei verteidigter er weiter den SED-Staat. „Damit die DDR in Erinnerung bleibt, wie sie war und nicht, wie sie unsere politischen Gegner uns gern vorschreiben wollen.“

Egon Krenz: „Die DDR hatte nicht die Alleinschuld an der deutschen Teilung“
Der Ex-Politiker sagte, an der deutschen Teilung war der Westen schuld. Sie habe bereits mit der Währungsreform 1948 in den westlichen Besatzungszonen begonnen. Erst nach Gründung der BRD gab es die DDR, erst nach dem „aggressiven Nato-Pakt“ entstand der Warschauer Pakt.
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Krenz sprach auch Putins Krieg gegen die Ukraine an. „Jeder Krieg ist falsch“, sagte er. Krenz attackierte die Bundesregierung, die Ostseepipeline Nord Stream 2 auf Eis zu legen. Ob Deutschland mit genügend Gas durch den Winter komme, sei eine politische Entscheidung. Wenn man die Sanktionen gegen Russland aufhebe, „dann, glaube ich, schadet man nicht den Deutschen, sondern dann ist das ein Zeichen, auch ein Zeichen an Russland, dass man zur Kooperation und zu Verhandlungen zurückkehren will“.


