Die neue Berliner S-Bahn-Linie S21 kann nicht weitergebaut werden: Die erst Ende der 90er-Jahre gebaute Humboldthafenbrücke am Berliner Hauptbahnhof weist mehr Schadstellen auf als bisher bekannt.
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Der Spiegel zitiert aus einem vertraulichen Papier der Deutschen Bahn (DB), wonach gravierende Betonagefehler an einem Trägerrost „erheblich umfangreicher“ seien als erwartet. Laut dem Medienbericht bröselt der Beton – „unter einer der am stärksten befahrenen Eisenbahnbrücken Deutschlands“. Die Schäden haben auch Folgen für die geplante Nord-Süd-Verbindung, die S-Bahn-Strecke S21 (City-S-Bahn).
2020 wurden an der Humboldthafenbrücke erste Schäden festgestellt
Die DB habe bei Arbeiten zur City-S-Bahn im Bereich des östlichen Hauptbahnhofs erstmals 2020 Baumängel an der Humboldthafenbrücke festgestellt, erklärt ein DB-Sprecher auf Anfrage. „Die Baumängel sind auf die fehlerhafte Betonage eines sogenannten Trägerrosts zurückzuführen.“
Schon jetzt sei klar, dass diese Beton-Stahl-Konstruktion komplett erneuert werden müsse. Sie war demnach Ende der 90er-Jahre in Vorbereitung für den Bau der neuen unterirdischen City-S-Bahn-Station unter den Brückenpfeilern im Bereich des Humboldthafens installiert worden.
Laut Bahn steht noch nicht fest, wie die Kosten für den Bau der S21 steigen werden
Weitere Schäden seien im Rahmen der Sanierung 2021 und 2022 festgestellt und der Weiterbau der neuen City-S-Bahn sei deshalb unterbrochen worden, erklärt der DB-Sprecher. Eine Hilfskonstruktion wurde bereits zu Beginn des vorigen Jahres errichtet, um den Betrieb am Hauptbahnhof zu sichern.

„Weitere Untersuchungen zeigten weitere Schäden“, sagte der Sprecher. Diese seien nicht relevant für den laufenden Betrieb am Hauptbahnhof, aber für die künftige City-S-Bahn. Erst nach vollständiger Prüfung aller Schäden könne die DB den finalen S-Bahnhof unter den Humboldtbrücken und den nächsten Streckenabschnitt Richtung Potsdamer Platz weiterbauen.
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