Die ersten Tage, an denen die Temperaturen an der 30-Grad-Marke kratzen, sind da. In Berlin und Brandenburg steht ein heißes, sonniges Wochenende bevor. Damit in Zukunft Menschen besser mit der Hitze zurechtkommen, sollen viele kleine, parallele Maßnahmen in Brandenburg für mehr Hitzeschutz sorgen.
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Im Gesundheitsbereich und der Städteplanung müsse einiges geschehen, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Freitag im RBB Inforadio zur aktuell anstehenden Gründung eines zentralen Hitzeschutz-Netzwerkes.

Hitzeschutz im Gesundheitssektor
Im Gesundheitssektor müsse man Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger unterstützen, damit sie noch mehr auf besonders anfällige Gruppen wie kranke und alte Menschen achteten. Man könnte künftig Räume kühlen, die Dosierung bestimmter Medikamente anpassen, älteren Menschen mehr Wasser anbieten und ausreichendes Trinken kontrollieren, sagte Nonnemacher. Auch Hitzewarn-Apps seien möglich.
Hitzeschutz in Dörfern und Städten
In Städten und Dörfern müsse es Plätze geben, auf denen die Menschen Kühle finden würden, Trinkbrunnen und Baumaßnahmen für mehr Schatten seien sinnvoll.
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Aus dem Hitze-Aktionsplan des letzten Jahres gebe es viele Vorschläge, die man nun als Maßnahmen auf allen Ebenen im ganzen Bundesland verbreiten müsse. Das Gutachten empfahl im vergangenen Jahr, kommunale Notfallpläne zu überprüfen.

Gegen Hitze besser wappnen
Brandenburg gehört zu den am stärksten von Hitze betroffenen Regionen in Deutschland. Doch auch von anderen Ländern, die schon länger mit Hitze umgehen müssen, kann man sich hier einiges abschauen.
In Shanghai etwa gehen vor allem Senioren oder Menschen, die es sich nicht leisten können, die Klimaanlage den ganzen Tag laufen zu lassen, gern in klimatisierte Shoppingcenter, auch wenn gerade nichts einzukaufen ist. Das Einrichtungshaus Ikea sah sich sogar gezwungen, Kunden davon abzuhalten, auf den ausgestellten Sofas und Betten zu schlafen, berichtete ein Deutsche-Welle-Korrespondent aus China.

Auch in Nordindien ist es im Mai und Juni durchgehend heiß. Während der größten Hitze am Nachmittag bleiben die Menschen, wenn sie können, drinnen. Als Erfrischung sind Gurken und Buttermilch beliebt. Auch Obst wie Mangos oder Ananas werden gern bei Hitze gegessen.
Erfrischungstipps aus heißen Ländern
Gegen die starken Sonnenstrahlen verwenden Menschen oft einen Regenschirm als Sonnenschutz, kühlende Fußbäder erfrischen, wenn man nach Hause kommt oder auch unterwegs. Wer etwas zu erledigen hat, tut dies in den kühlen frühen Morgenstunden. Mancherorts öffnen daher Fitnessstudios schon um 4 Uhr am Morgen.

Den Mythos von den heißen Mittagsstunden haben die Menschen im Süden übrigens längst enttarnt. Die höchsten Temperaturen werden oft erst zwischen 17 Uhr und 18 Uhr gemessen. Zwischen 14 und 17 Uhr wird in heißen Ländern daher oft eine längere Pause eingelegt.
Leichte Kost bei Hitze
Hitze belastet den Körper, ein schweres Essen kann dem Körper weiter zusetzen. Daher werden in heißen Ländern gern kühle Suppen gereicht, die zusätzlich den Flüssigkeitshaushalt des Körpers unterstützen. In Spanien gibt es Gazpacho, auch Gurkensuppen mit Joghurt sind bekannt. Die vor allem in Indien praktizierte ayurvedische Lehre schreibt Gewürzen wie Dill, Fenchel, Kümmel, Koriander, Kardamom, Kurkuma, Minze und frischem Ingwer eine von innen kühlende Wirkung zu. Auch Kokosnüsse, Melonen und bitteres Gemüse wie Radicchio sollen diesen Effekt haben.

