
Eine junge Referendarin, die an einer Schule im brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland Grundschüler unterrichtet, wurde von ihrem Dienst freigestellt. Sie soll für das rechtsextreme Magazin Compact moderiert haben. Dabei habe sie eine Perücke getragen, um nicht aufzufallen, berichten Medien.
Das Magazin wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingeordnet. Der Chefredakteur des Compact-Magazins, Jürgen Elsässer, beschreibt die Rolle seiner Redaktion in Falkensee wie folgt: Aufgabe sei es, „zum Sturz des Regimes beizutragen“.
Falscher Name und dunkle Perücke
Als blonde Referendarin brachte die Moderatorin, die bei Compact unter dem falschen Namen Anna Schneider auftrat, Kindern Lesen und Rechnen bei, mit dunkler Perücke und Brille getarnt verbreitete sie rechtsextreme Hetze.
Im Januar 2023 verabschiedete sich „Anna Schneider“ beim Compact-Publikum und gab bekannt: „Vor kurzem habe ich die Ausbildung zu meinem Traumberuf abgeschlossen und werde die neue Stelle am 1. Februar antreten. Fürs Moderieren bleibt mir dann leider keine Zeit mehr. Die Arbeit bei diesem Sender hier war aufregend und hat mir großen Spaß gemacht.“
Schon in den Sommerferien wusste das Brandenburger Bildungsministerium über mögliche rechtsextreme Verbindungen der Lehramtsanwärterin Bescheid. Nun gab es eine erste Konsequenz, die 29-Jährige wurde freigestellt.
Lehramtsanwärter gelten in Brandenburg als Beamte auf Widerruf. Sie stehen in einem Dienst- und Treueverhältnis zum Staat und nehmen in der Regel hoheitliche Aufgaben wahr. Eine rechtsextreme Gesinnung ist mit diesem Dienst nicht vereinbar.

Compact-Magazin erwiesen rechtsextremistisch
In den Sommerferien, am 27. Juli, habe es einen Hinweis des Landesverfassungsschutzes gegeben, dass die Frau berufliche und persönliche Kontakte zum Compact-Magazin unterhalten soll, das vom Verfassungsschutz als erwiesen rechtsextremistisch eingestuft werde, teilte ein Sprecher des Ministeriums am Dienstag auf Anfrage mit.
Die Hausleitung des Ministeriums sei in den Sommerferien von der Fachabteilung über die Einleitung eines Prüfverfahrens informiert worden, teilte der Sprecher mit. Die Fachabteilung habe zu diesem Zeitpunkt wegen des besonderen Status der Lehramtskandidatin keine unmittelbaren dienstrechtlichen Konsequenzen ableiten wollen.
Nach einer Veröffentlichung zu dem Fall im Tagesspiegel habe die Staatssekretärin aber am vergangenen Donnerstag angewiesen, die Lehramtskandidatin zum Dienstgespräch am Freitag einzuladen und über ihre unverzügliche Freistellung vom Dienst zu informieren.


