Das ist mal was für Hardcore-DDR-Kenner: Was mag wohl eine „RSL 1“ sein? Erraten? Es ist die „Rostocker Straßenleuchte“ Typ 1, seit 1968 hergestellt vom VEB Leuchtenbau Pößneck. Die war in der DDR und ist im Osten Deutschlands noch heute weit verbreitet. Viele dieser Leuchten haben aber ein Problem: Sie sitzen meistens auf Betonmasten, und die werden allmählich bröckelig – egal, ob rund oder achteckig.

17.700 Stück „RSL 1“, auch Rundscheibenleuchte genannt, stehen allein in Berlin. 400 Stück sollen laut Senat „mittelfristig“ verschwinden. Ohnehin werden sie von Fall zu Fall ersetzt, und zwar immer dann, wenn beispielsweise bei einer der etwa alle vier Jahre stattfindenden Kontrolle samt Lampenwechsel ein schwerer Schaden festgestellt wird.
Wäre sonst ja langweilig: Eine Straße, drei Sorten Laternen
In der Köpenicker Hoernlestraße führte das zum Beispiel dazu, dass dort jetzt eine wilde Mischung von mindestens drei Laternentypen zu finden ist, ärgert sich der FDP-Abgeordnete Stefan Förster. Er vermutet, dass es schon Schäden an parkenden Autos gegeben haben könnte, weil Betonstücke abgeplatzt sind. Der Senat hat von solchen Fällen aber keine Kenntnis.
Tatsächlich werden die RSL 1 unter anderem durch Nachbauten ersetzt, die ihr ähneln und die zum Beispiel der Berlin-Brandenburger Hersteller Selux im Angebot hat. Die haben dann jedoch LED-Leuchten, die weniger Strom als die herkömmlichen „Leuchtmittel“ benötigen.
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Besonders aktiv wird der Ersatz nicht betrieben, erklärte Markus Kamrad, Staatssekretär in der Senatsverkehrsverwaltung auf Anfrage Försters: „Derzeit wird vorrangig die Umrüstung von gasbetriebenen Beleuchtungsanlagen umgesetzt, welche eine wesentlich schlechtere Energiebilanz und erheblich höhere Wartungskosten haben.“
