Sie zählt zu den bekanntesten Gesichtern der Letzten Generation: Klima-Kleberin Carla Hinrichs (26) auf der Anklagebank.
Die Mitbegründerin der Protest-Gruppe zuversichtlich: „Immer mehr schließen sich uns an.“ Im letzten Mai seien Polizisten mit gezogener Waffe in ihre Wohnung in Kreuzberg gestürmt, um zu durchsuchen. Danach eine Welle der Unterstützung – „in zwei Tagen wurden 500.000 Euro gespendet“.
Nun geht es um sieben Straßenblockaden. Mit großen Störungen viel Aufmerksamkeit erreichen, um vor dem befürchteten Kollaps des Planeten zu warnen. Hinrichs: „Man kommt nicht mehr an uns und der Klimakrise vorbei.“ Sie klebe sich aus Gewissensnot auf die Straße – „jeder kann es diesen Sommer sehen“. Hitze, dann Extremregen – „die Klimakrise hat die Unterbrechung des Alltags übernommen“.
Im letzten Februar saß die Klima-Kleberin, die ihr Jura-Studium für den Protest unterbrochen hat, in einem ähnlichen Verfahren schon einmal vor Richter Christoph Weyreuther. Sie argumentierte viel und wollte Freispruch, er urteilte: 600 Euro Strafe. Es ist eine „Straftat, wenn man anderen seinen Willen aufzwingt“. Es gebe legale Mittel für Protest.
Hässliche Kommentare über Carla Hinrichs
Der Richter setzte den Disput nun fort: „Wie wäre es mit angekündigten Demonstrationen?“ Der Anwalt: „Es waren Blockaden auf Hauptstraßen angekündigt.“ Es gehe um öffentlich wirksame Proteste. Staus, die spürbar sind. Betroffen allerdings in der Regel normale Bürger, die morgens auf dem Weg zur Arbeit sind.
Hinrichs: „Habe oft nachgedacht, ob ich aufhören muss. Doch ich kann nicht anders.“ Auch wenn es nicht ungefährlich sei – „wurde schon von Autos geschoben“. Protest auf Gehwegen habe sie schon probiert – „es funktioniert aber nicht“.
Fast täglich urteilen Richter derzeit in Sachen Letzte Generation. Nach den 600 Euro gegen Hinrichs gab es hässliche Kommentare. Weyreuther: „‚Fünf Jahre Arbeitslager‘ war noch harmlos.“



