Auch, wenn viele Menschen die Corona-Pandemie immer mehr ausblenden, hier ist sie noch immer knallhart zu spüren: Während viele Freizeitmöglichkeiten für ältere Menschen längst wieder möglich sind, sind zahlreiche Clubs in Berlin noch immer geschlossen. Jugendliche und junge Erwachsene weichen daher immer wieder in die Parks der Hauptstadt aus - und dort kommt es dann immer wieder zu Zusammenstößen mit der Polizei. Während der Bezirk Mitte als Reaktion darauf einfach den James-Simon-Park ab 22 Uhr sperrte, denkt man im Bezirk Pankow nicht an einen solch drastischen Schritt.
Pankows Bürgermeister Sören Benn will den Mauerpark nicht absperren
„Beim Mauerpark handelt es sich um eine öffentliche Fläche, auf deren Nutzung die Bevölkerung ein Recht hat“, sagte Pankows Bürgermeister Sören Benn (Linke) dem Tagesspiegel. „Dieses Recht einzuschränken oder völlig zu entziehen, bedarf starker Gründe und wird daher nur anlassbezogen ausgeübt.“
Benn verteidigt gegenüber dem Blatt zwar das grundsätzliche Eingreifen der Behörden, mahnt beim Einsatz aber auch Fingerspitzengefühl an. Schließlich komme die Mehrheit der Feiernden nicht mit der Absicht, Straftaten zu begehen, sondern schlicht, um miteinander zu feiern. „Es sind oft sehr kleine Gruppen, aus denen heraus Straftaten und Gefährdungen entstehen, die dann auch richtigerweise zum Einschreiten der Polizei führen müssen“, so Benn.
Pankows Bürgermeister will mehr Ressourcen
Wenn der Eindruck entstehe, die Situation sei außer Kontrolle, würde die Polizei den Park auch räumen lassen. Eine generelle Schließung würde aber bedeuten viele Menschen für die Straftaten Einzelner in Sippenhaft zu nehmen. Vielmehr fordert Pankows Bürgermeister mehr Ressourcen vom Senat, um das Parkmanagement mit festem Personal mit sozialarbeiterischen und ordnungsrechtlichen Kompetenzen auszustatten.
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