Der Herbst steht vor der Tür und damit startet auch die Pilzsaison. Trotz der Sommerhitze gab es genug Regentage, die nun Schirmpilze, Maronen oder Steinpilze aus dem Boden schießen lassen. Bereits seit Tagen wurden schon die ersten Exemplare in den Wäldern der Hauptstadtregion gesichtet. Der KURIER verrät, wo Sie jetzt in Berlin und Brandenburg Pilze finden können.
Laut der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) sorgt gerade das feucht-warme Wetter dafür, dass die Pilze recht gut wachsen. Schon seit Tagen werden Sammler auch in Berlin fündig. Und um Pilze zu finden, muss man gar nicht immer in die großen Waldgebiete am Rande der Stadt zu fahren. Man findet sie auch mitten in der City.
Geheimtipp ist der Tiergarten

Man mag es kaum glauben: Mitten im Großstadttrubel lassen sich Pilze finden. Zum Beispiel im Tiergarten, der bei Sammlern ein Geheimtipp ist. Die 210 Hektar große „grüne Lunge“ Berlins ist ein hervorragendes Pilzgebiet. Sammel-Experten vom Internet-Portal berlin.de haben dort jetzt zwischen Spanischer Botschaft und Siegessäule bereits Schönfußröhrlinge, Champignons- oder Parasole (Schirmpilze) ausgemacht. Der Tiergarten könnte ein Sammelspaß für die ganze Familie werden.

Der Köpenicker Forst mit den Müggelbergen
Vor allem die Wälder der Hauptstadt sind ein hervorragendes Pilzgebiet. Dazu zählen auch die Gebiete rings um die Müggelberge im Köpenicker Forst. Beim Durchstreifen lassen sich Schirmpilze, Maronen, Täublinge oder Pfifferlinge finden.
Pilze suchen im Grunewald
Der Grunewald ist nicht nur ein Paradies für Spaziergänger oder ein beliebtes Hundeauslaufgebiet. Wer aufmerksam durch das Baumdickicht geht oder genauer am Wegesrand schaut, kann Steinpilze, Pfifferlinge und Schirmpilze finden.
Hotspots sind Tegeler Forst, Grünau und Schmöckwitz

Für Berliner Pilzkenner und -sammler ist der Tegeler Forst seit Jahren ein beliebtes „Jagdrevier“ für Steinpilze, Pfifferlinge und Maronen. Auch der Grünauer Forst und Schmöckwitz sind ein wahres Pilzparadies, daher an den Wochenenden voll mit Sammlern. Wer Zeit hat, sollte sich dort in der Woche auf die Suche machen.
Die Wälder um Königs Wusterhausen
Mit dem Fahrrad ab in die S-Bahn und dann nichts wie raus nach Königs Wusterhausen. In den zahlreichen Wäldern warten Schirmpilze, Maronen, Steinpilze oder Sandkappen auf die Sammler.

Die Schorfheide
Dort wo die Nazi-Bonzen und Erich Honecker einst Wildtiere jagten kann man auch jede Menge Pilze finden – in der Schorfheide. Pfifferlinge, Steinpilze, Maronen sowie Birken- und Butterpilze laden zur Pilz-Jagd ein. Es gibt dort sogar geführte Pilzwanderungen. Infos unter: www.wanderpilz-grumsin.de
Wandern und Sammeln in Brandenburg
Der Naturpark Hoher Fläming bei Bad Belzig, die Märkische Schweiz und die Gegend um Falkensee erfreuen nicht nur Wanderfreunde. Im Herbst sind dort auch die Pilzsammler, wissen von den Maronen oder Steinpilzen, die dort wachsen.

In Berlin und Brandenburg: Nur Pilze sammeln, die man kennt!
Eine Faustregel gibt es nicht, woran man nun essbare Pilze von giftigen unterscheidet. Daher sollte man auf seiner „Jagd“ nur die Pilze sammeln, die man selber kennt.
Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Mykologie sind hierzulande immerhin mehr als 6000 Großpilze bekannt. Um die Unterschiede etwa zwischen einem essbaren Perlpilz und dem sehr giftigen Pantherpilz zu erkennen, verlassen sich erfahrene Pilzsammler auf ihr Auge.
Handy-Apps locken damit, Pilze schnell und einfach teils anhand eines einzigen Fotos bestimmen zu können. Aber: Das variable Aussehen der Pilze in Deutschland könne keine App in allen Formen wiedergeben, heißt es auf der Homepage der Gesellschaft. Die Experten und Expertinnen empfehlen deshalb generell keine Apps zur Bestimmung von Speisepilzen.



