Saison gestartet

Ab ins Körbchen! Hier finden Sie Pilze in Berlin und Brandenburg

Es müssen nicht nur die Wälder sein: Auch mitten in der Großstadt findet man Maronen und Co. Der KURIER verrät die besten Stellen.

Author - Norbert Koch-Klaucke
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Ab ins Körbchen: Es gibt viele Pilzstellen in Berlin und Brandenburg.
Ab ins Körbchen: Es gibt viele Pilzstellen in Berlin und Brandenburg.Waltraud Grubitzsch/dpa

Der Herbst steht vor der Tür und damit startet auch die Pilzsaison. Trotz der Sommerhitze gab es genug Regentage, die nun Schirmpilze, Maronen oder Steinpilze aus dem Boden schießen lassen. Bereits seit Tagen wurden schon die ersten Exemplare in den Wäldern der Hauptstadtregion gesichtet. Der KURIER verrät, wo Sie jetzt in Berlin und Brandenburg Pilze finden können.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) sorgt gerade das feucht-warme Wetter dafür, dass die Pilze recht gut wachsen. Schon seit Tagen werden Sammler auch in Berlin fündig. Und um Pilze zu finden, muss man gar nicht immer in die großen Waldgebiete am Rande der Stadt zu fahren. Man findet sie auch mitten in der City.

Geheimtipp ist der Tiergarten

Im Tiergarten kann man sich im Herbst nicht nur prima am Neuen See erholen. In dem großen Park kommen auch Pilzsammler auf ihre Kosten.
Im Tiergarten kann man sich im Herbst nicht nur prima am Neuen See erholen. In dem großen Park kommen auch Pilzsammler auf ihre Kosten.Jürgen Ritter/imago

Man mag es kaum glauben: Mitten im Großstadttrubel lassen sich Pilze finden. Zum Beispiel im Tiergarten, der bei Sammlern ein Geheimtipp ist. Die 210 Hektar große „grüne Lunge“ Berlins ist ein hervorragendes Pilzgebiet. Sammel-Experten vom Internet-Portal berlin.de haben dort jetzt zwischen Spanischer Botschaft und Siegessäule bereits Schönfußröhrlinge, Champignons- oder Parasole (Schirmpilze) ausgemacht. Der Tiergarten könnte ein Sammelspaß für die ganze Familie werden.

Der Riesenschirmpilz ist in Berlin und in Brandenburg jetzt besonders gut zu finden.
Der Riesenschirmpilz ist in Berlin und in Brandenburg jetzt besonders gut zu finden.Frank Sorge/imago

Der Köpenicker Forst mit den Müggelbergen

Vor allem die Wälder der Hauptstadt sind ein hervorragendes Pilzgebiet. Dazu zählen auch die Gebiete rings um die Müggelberge im Köpenicker Forst. Beim Durchstreifen lassen sich Schirmpilze, Maronen, Täublinge oder Pfifferlinge finden.

Pilze suchen im Grunewald

Der Grunewald ist nicht nur ein Paradies für Spaziergänger oder ein beliebtes Hundeauslaufgebiet. Wer aufmerksam durch das Baumdickicht geht oder genauer am Wegesrand schaut, kann Steinpilze, Pfifferlinge und Schirmpilze finden.

Hotspots sind Tegeler Forst, Grünau und Schmöckwitz

Der Steinpilz gehört zu den Favoriten, ist vor allem im Tegeler Forst, im Grünauer Forst und in den Brandenburger Wäldern zu finden.
Der Steinpilz gehört zu den Favoriten, ist vor allem im Tegeler Forst, im Grünauer Forst und in den Brandenburger Wäldern zu finden.blickeinkel/imago

Für Berliner Pilzkenner und -sammler ist der Tegeler Forst seit Jahren ein beliebtes „Jagdrevier“ für Steinpilze, Pfifferlinge und Maronen. Auch der Grünauer Forst und Schmöckwitz sind ein wahres Pilzparadies, daher an den Wochenenden voll mit Sammlern. Wer Zeit hat, sollte sich dort in der Woche auf die Suche machen.

Die Wälder um Königs Wusterhausen

Mit dem Fahrrad ab in die S-Bahn und dann nichts wie raus nach Königs Wusterhausen. In den zahlreichen Wäldern warten Schirmpilze, Maronen, Steinpilze oder Sandkappen auf die Sammler.

Im  Spandauer Forst wächst der Rehbraune Dachpilz, der essbar ist. Er gehört zu den weniger bekannten Speisepilzen. 
Im Spandauer Forst wächst der Rehbraune Dachpilz, der essbar ist. Er gehört zu den weniger bekannten Speisepilzen. Metodi Popow/imago

Die Schorfheide

Dort wo die Nazi-Bonzen und Erich Honecker einst Wildtiere jagten kann man auch jede Menge Pilze finden – in der Schorfheide. Pfifferlinge, Steinpilze, Maronen sowie Birken- und Butterpilze laden zur Pilz-Jagd ein. Es gibt dort sogar geführte Pilzwanderungen. Infos unter: www.wanderpilz-grumsin.de

Wandern und Sammeln in Brandenburg

Der Naturpark Hoher Fläming bei Bad Belzig, die Märkische Schweiz und die Gegend um Falkensee erfreuen nicht nur Wanderfreunde. Im Herbst sind dort auch die Pilzsammler, wissen von den Maronen oder Steinpilzen, die dort wachsen.

Man sollte nur Pilze sammeln, die man wirklich kennt.
Man sollte nur Pilze sammeln, die man wirklich kennt.Steffen Schellhorn/imago

In Berlin und Brandenburg: Nur Pilze sammeln, die man kennt!

Eine Faustregel gibt es nicht, woran man nun essbare Pilze von giftigen unterscheidet. Daher sollte man auf seiner „Jagd“ nur die Pilze sammeln, die man selber kennt.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Mykologie sind hierzulande immerhin mehr als 6000 Großpilze bekannt. Um die Unterschiede etwa zwischen einem essbaren Perlpilz und dem sehr giftigen Pantherpilz zu erkennen, verlassen sich erfahrene Pilzsammler auf ihr Auge.

Handy-Apps locken damit, Pilze schnell und einfach teils anhand eines einzigen Fotos bestimmen zu können. Aber: Das variable Aussehen der Pilze in Deutschland könne keine App in allen Formen wiedergeben, heißt es auf der Homepage der Gesellschaft. Die Experten und Expertinnen empfehlen deshalb generell keine Apps zur Bestimmung von Speisepilzen.

Besser ist es daher, sich seinen Fund von Experten der Pilzberatungsstellen begutachten zu lassen. Eine kostenlose Beratungsstelle befindet sich im Botanischen Garten (Botanik-Schule, Raum E05, Unter den Eichen 5, 12203 Berlin). Im Internet findet man die Termine. Man kann die Beratungsstelle auch telefonisch unter (030) 838 64751 (nicht täglich besetzt) oder per Mail (pilzberatung@.bo.berlin) kontaktieren.