Zwei Tötungsdelikte

Mann (44) in seinem Auto erschossen, 21-Jähriger in Mahlsdorf erstochen

Zwei Tötungsdelikte in einer Nacht: In Mahlsdorf und Pankow findet die Berliner Polizei zwei Tote. Ermittlungen der Mordkommission laufen.

Author - Stefan Henseke
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Die Polizei hat die Gustav-Adolf-Straße in Berlin-Weißensee abgesperrt: Hier wurde am Morgen ein 44-jähriger Mann in seinem weißen Mercedes-Transporter erschossen.
Die Polizei hat die Gustav-Adolf-Straße in Berlin-Weißensee abgesperrt: Hier wurde am Morgen ein 44-jähriger Mann in seinem weißen Mercedes-Transporter erschossen.Fabian Sommer/dpa

Die Berliner Polizei war in dieser Nacht im Großeinsatz: Sie wurde gleich zu zwei Tötungsdelikten alarmiert. Erst wurde eine Leiche in Mahlsdorf gefunden, dann wurde ein Mann in seinem Auto in Weißensee erschossen.

Berlin-Mahlsdorf: Toter nach Familienstreit

Kurz nach 3 Uhr twitterte die Berliner Polizei: „Heute Nacht gegen 1.20 Uhr wurden unsere Kollegen in den Hultschiner Damm in Mahlsdorf zu einer leblosen Person in einer Wohnung alarmiert.“

Am Hultschiner Damm in Berlin-Mahlsdorf kam es in der Nacht zu einem Familienstreit, bei dem eine Person getötet wurde.
Am Hultschiner Damm in Berlin-Mahlsdorf kam es in der Nacht zu einem Familienstreit, bei dem eine Person getötet wurde.Sabine Gudath/Berliner KURIER

Die Polizei kam zu spät, ein Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen, der Stichverletzungen aufwies. Auf der Straße vor der Wohnung wurde ein 30-jähriger Tatverdächtiger festgenommen. Er wird am Montag einem Haftrichter vorgeführt.

Es soll sich um familäre Streitigkeiten gehandelt haben, sagt am Morgen ein Polizeisprecher zum KURIER. Die 8. Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen.

Aber damit nicht genug. Seit dem Morgen ist die Berliner Polizei im Pankower Ortsteil Weißensee im Einsatz. Tatort: Gustav-Adolf-Straße.

Hier hallten am Morgen gegen 6 Uhr Schüsse durch den beschaulichen Familienkiez. Laut Polizeisprecher hielt ein Auto neben einem geparkten weißen Mercedes-Transporter. Aus dem Auto heraus wurde das Feuer auf den 44-jährigen Fahrer des Transporters eröffnet.

Berlin-Pankow: 44-Jähriger erschossen

Der Mann hinter dem Steuer wurde von mehreren Schüssen getroffen, sagt Polizeisprecher Ömer Kelesoglu zum KURIER. Doch Reanimationsversuche blieben erfolglos, der 44-Jährige verstarb noch im Auto. Am Transporter sieht man mehrere Einschusslöcher auf der  Fahrertürseite.

Der Tatort in der ruhigen Straße mit mehreren großen Friedhöfen ist  derzeit weiträumig abgesperrt. „Die 7. Mordkommission hat im Auftrag der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen“, sagt der Polizeisprecher.

Der Tote ist der Polizei zufolge türkischer Staatsbürger. Die Hintergründe der Tat sind unklar. „Wir haben derzeit noch keinen Bezug zu einem Phänomen der Organisierten Kriminalität“, erklärt der Polizeisprecher. Der sei nicht auszuschließen.

„Das war eine gezielte Tötung“

Für den Vorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Stephan Weh, ist zumindest klar: „Das war keine schief gegangene Warnung, sondern eine gezielte Tötung“, betont er.

Wer mehrfach auf die Fahrertür eines geparkten Fahrzeugs schieße, nehme nicht nur billigend in Kauf, dass ein Mensch stirbt, sondern wolle diesen töten. „Eine solche Tat zeugt von einer extremen Gewaltbereitschaft, grenzenlosen Hass und kompletter Skrupellosigkeit.