In den östlichen Bundesländern hat die AfD die anderen Parteien teils in arge Bedrängnis gebracht: In Sachsen und Thüringen liegt die in erheblichen Teilen rechtsextreme Partei in einigen Umfragen vor allen anderen Parteien. Dass der sogenannte Flügel um den thüringischen Landtagsabgeordneten Björn Höcke vom Verfassungsschutz (formell 2020 aufgelöst, aber faktisch weiter existent) beobachtet wird, verschreckt Wählerinnen und Wähler in dem Bundesland offenbar nicht. Auch in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD nach letzten Umfragen nur knapp hinter der SPD und deutlich vor der CDU. In Sachsen-Anhalt wiederum liegt sie nur wenige Prozentpunkte hinter der CDU, aber deutlich vor der SPD.
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In Berlin erreicht die AfD das schlechteste Ergebnis aller Ost-Bundesländer, Brinker rasselt in ihrem Wahlkreis durch
Nur in Berlin erreicht die AfD mit gerade einmal 9,1 Prozent das schlechteste Ergebnis aller Parteien, die ins Parlament einziehen. Damit hat sie zwar geringfügig gegenüber der Wahl 2021 zugelegt, aber von einer Machtoption ist die Rechtspartei in der Hauptstadt weit entfernt.
Achtkantig durchgerasselt ist ausgerechnet AfD-Spitzenfrau Kristin Brinker in ihrem eigenen Wahlkreis: Gerade einmal 5 Prozent der Wahlberechtigten wollten sie im wohlhabenden Wahlkreis Steglitz-Zehlendorf 1 ins Abgeordnetenhaus schicken. Das Direktmandat sicherte sich stattdessen die CDU-Politikerin Claudia Wein mit mehr als 30 Prozent der Erststimmen, die sich knapp gegen Grünen-Kandidat Benedikt Lux behaupten konnte. Brinker wird dennoch eine der 17 AfD-Sitze im Parlament einnehmen, die der Partei ihrem Zweitstimmen-Ergebnis zufolge zustehen.
In DIESEM Ost-Bezirk liegt die Partei-Hochburg der AfD: Nur zwei Direktmandate
Lediglich in zwei Ost-Wahlkreisen konnte sich die AfD mit ihren Direktkandidaten durchsetzen: In den Wahlkreisen Marzahn-Hellersdorf 1 und 3 lagen dort die Kandidatin Jeannette Auricht knapp und Kandidat Gunnar Lindemann deutlich vorne. In diesen beiden Wahlkreisen am östlichen Stadtrand liegt die Berliner Partei-Hochburg der Rechtspartei.
Obwohl die Unzufriedenheit auch in vielen anderen Stadtteilen groß ist, ist es der AfD anders als in anderen Bundesländern nicht gelungen, das Potenzial zu mobilisieren. Zum einen hat die CDU Themen der Rechten offensiv besetzt, hat sich dabei sogar Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt. Wählerwanderungs-Analysen zeigen, dass dies bei einigen früheren AfD-Wählern ankam.






